Fachkommission PP/KJP

Reform mit Nachbesserungsbedarf

Psychotherapeut*innen in Ausbildung

Reform mit Nachbesserungsbedarf

Ausbildung von Psychotherapeutinnen und -therapeuten: ver.di begrüßt strukturelle Verbesserungen durch die geplante Reform

Pressemitteilung Berlin, 15.05.2019. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) begrüßt, dass die überfällige Reform der Psychotherapeutenausbildung in Angriff genommen wird. "Im Rahmen der Reform ist eine strukturelle Verbesserung angelegt, das ist positiv. Für die Übergangsphase ist aber nicht akzeptabel, dass Psychotherapeutinnen und -therapeuten in Ausbildung (PiA) weiterhin während ihrer praktischen Tätigkeit zumeist keine oder nur eine geringe Vergütung erhalten und auf Nebenjobs angewiesen sind", sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler anlässlich der heutigen Anhörung im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages. Die Reform der Psychotherapeutenausbildung sehe künftig ein fünfjähriges Studium der Psychotherapie vor, an das sich eine Weiterbildung anschließe. "Im weiteren Prozess muss sichergestellt werden, dass die Weiterbildung künftig ausschließlich in einem Angestelltenverhältnis und damit in einem gesicherten arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Status stattfindet." Der Gesetzgeber müsse die finanziellen Rahmenbedingungen dafür so regeln, dass die Weiterbildung in guter Qualität gewährleistet sei. Hierzu gehöre eine entsprechende Regelung zur Finanzierung der ambulanten Weiterbildungszeit.

Nachbesserungsbedarf sieht ver.di bei den geplanten Regelungen zur Übergangsphase. Viele PiA sind bislang aufgrund ihrer prekären Situation in der Ausbildung auf Nebenjobs angewiesen, weshalb sie mehr Zeit als veranschlagt für die derzeitige Ausbildung benötigen.

Hinzu kommen häufig Erziehungs- und Betreuungszeiten, die die Ausbildungszeit weiter verlängern. ver.di spricht sich daher für eine Übergangsregelung von 15 Jahren und für Härtefallregelungen aus, um besonderen Fällen gerecht zu werden.

Parallel zur geplanten Neuregelung der Psychotherapeutenausbildung fordert ver.di Verbesserungen für die jetzigen PiA; diese haben bereits ein Studium erfolgreich abgeschlossen. Da zahlreiche Aspekte der Qualifizierung im derzeitigen Psychotherapeutengesetz ungeregelt sind, gibt es für PiA aktuell ein Wirrwarr an Regelungen, die vom ungeregelten Gaststatus ohne Vertrag über Praktikantenverträge bis hin zu Angestelltenverhältnissen reichen. Bühler: "Die prekäre Situation der PiA muss beendet werden. Es ist überfällig, gesetzlich den Status der PiA während der praktischen Tätigkeit zu klären und einen Anspruch auf eine angemessene Vergütung vorzuschreiben." ver.di unterstütze daher die aktuellen Aktionen von PiA, die für eine gute Reform und für Verbesserungen ihrer jetzigen Situation eintreten.

 Weitere Informationen hier.

Kontakt