Arbeitskreis MTA

Nachbesserungen notwendig

MTA-Berufe

Nachbesserungen notwendig

Die Gesundheitsberufe sind elementar wichtig für die Daseinsvorsorge. Das hat die Corona-Pandemie noch einmal deutlich vor Augen geführt. Die Ausbildung in den MTA-Berufen braucht dringend eine Neuaufstellung. Das Gesetz über technische Assistenten in der Medizin (MTAG) stammt aus dem Jahr 1993, die zugehörige Ausbildungs- und Prüfungsverordnung aus dem Jahr 1994. Die Ausbildung ist zeitgemäß und attraktiv zu gestalten, damit heute und in Zukunft genug Fachkräfte gewonnen werden. ver.di begrüßt daher ausdrücklich, dass die Reform der technischen Assistenzberufe in der Medizin in Angriff genommen wird.

Die neue Berufsbezeichnung Medizinische Technologin und Medizinischer Technologe in der jeweiligen Fachrichtung entspricht einer langjährigen ver.di-Forderung und wird von uns ausdrücklich begrüßt. Die Stärkung der Ausbildungsqualität und die Abschaffung der Schulgeldzahlungen sind längst überfällig. Es muss jedoch sichergestellt sein, dass die Kostenfreiheit der Ausbildung insgesamt gegeben ist.

Um die Ausbildung zukunftsgerecht weiterzuentwickeln, ist es unverzichtbar, dass der Anspruch auf eine angemessene Ausbildungsvergütung gesetzlich verankert wird. Damit wird die Attraktivität der Ausbildung erheblich gesteigert und ein wesentlicher Beitrag zur Fachkräftesicherung geleistet. Auch trägt eine Ausbildungsvergütung dazu bei, die Auszubildenden bei der Lebenshaltung finanziell zu unterstützen. In den Pflegeberufen und anderen Ausbildungsberufen ist dieser gesetzliche Anspruch längst selbstverständlich. Der Referentenentwurf muss in diesem Punkt grundlegend nachgebessert werden.

Die Ausbildungsstrukturen sind so weiterzuentwickeln, dass gesetzliche Interessenvertretungen wirksam auf die betriebliche Ausbildung Einfluss nehmen können. ver.di begrüßt daher, dass die praktische Ausbildung durch schriftliche Ausbildungsverträge der Betriebe mit den Auszubildenden ausbildungs- und arbeitsrechtlich geregelt wird. Darüber hinaus ist die betriebliche Verantwortung weiter zu stärken. Der Träger der praktischen Ausbildung muss als Vertragspartner der Auszubildenden den beherrschenden Einfluss auf die Gestaltung der Ausbildung haben, also die Ausbildung verantwortlich gestalten.

Vorgaben zur Qualifikation der Lehrkräfte, zu den Anforderungen an Ausbildungsstätten, an die Praxisanleitung und Praxisbegleitung sind wichtig und sollten zur Stärkung der Ausbildungsqualität erweitert werden. Mindestens zwanzig Prozent der tatsächlichen Ausbildungszeit müssen in Form von geplanter und strukturierter Praxisanleitung erfolgen. Darüber hinaus müssen praktische Anleitungssituationen auch im alltäglichen Ablauf ermöglicht werden. Für die Verzahnung von Theorie und Praxis spielt die Praxisbegleitung eine wichtige Rolle, ihre Ausgestaltung und Umfang sollten in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung konkretisiert werden.

Hinsichtlich der Qualifikation der Lehrkräfte für den theoretischen und praktischen Unterricht spricht sich ver.di dafür aus, dass sie über eine dreijährige Ausbildung im zu unterrichtenden Beruf sowie ein pädagogisches Hochschulstudium mit einem wissenschaftlichen Hochschulabschluss verfügen sollten. Für die vorhandenen Lehrkräfte muss Bestandsschutz zugesichert werden. Damit die Qualität der theoretischen Ausbildung sichergestellt ist, fordert ver.di ein verbindliches Verhältnis von hauptberuflichen Lehrkräften zu Auszubildenden von 1:15. Zu einer attraktiven Ausbildung gehört auch, dass sie durchlässig ausgestaltet wird und Weiterentwicklungsmöglichkeiten bestehen.

Die vollständige Stellungnahme von ver.di steht hier zum Download bereit.

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