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Pflegeberufe: ver.di fordert Nachbesserungen in neuer Ausbildungs- und Prüfungsverordnung

Pressemitteilung. Berlin, 4. Mai 2018. Anlässlich der heute stattfindenden Verbändeanhörung zum Referentenentwurf einer Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe fordert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in zentralen Punkten deutliche Nachbesserungen. „Angesichts des großen Bedarfs an Fachkräften in der Pflege muss die Ausbildung attraktiv sein“, so Sylvia Bühler, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand. „Jetzt kommt es darauf an, die Weichen richtig zu stellen. Der Referentenentwurf muss deshalb in zentralen Punkten nachgebessert werden.“

Als „abwegig“ bezeichnete Bühler die Regelungen zur Zwischenprüfung und zu Jahreszeugnissen. „Diesen bürokratischen Aufwand braucht niemand. Ersetzt die Auszubildenden unter einen ständigen Prüfungsdruck.“ Zudem lehnt es ver.di ab, dass den Ländern ermöglicht werden soll, über die Zwischenprüfung die bis dahin erworbenen Kompetenzen einer Pflegeassistenz- oder -helferausbildung gleichzusetzen. Vor allem die privaten Arbeitgeberverbände würden das Anliegen verfolgen, eine Anrechnung auf die Fachkraftquote in der Altenpflege zu erzielen. „Hier wird eine Mogelpackung vorbereitet“, so Bühler. „Gute Pflege braucht ausreichend qualifiziertes Personal. Ziel muss es sein, alle Auszubildenden zu unterstützen, die dreijährige Ausbildung erfolgreich abzuschließen.“

Nicht gut komme bei Beschäftigten in der Pflege an, dass dem Referentenentwurf ein verändertes Leitbild pflegerischer Arbeit zugrunde zu liegen scheint. Anstelle eines professionellen ganzheitlichen Pflegebildes, das an den Bedürfnissen und Ressourcen der Patientinnen und Patienten, Bewohner/innen und Angehörigen orientiert ist, richtet es sich stark auf eine Arbeitsteilung im Pflegeprozess aus. Nach diesem Verständnis verschieben sich die Aufgaben der Pflegefachkräfte stärker in Richtung Planung und Evaluation des Pflegeprozesses, während die Pflegeassistenzberufe die Durchführung der Pflege übernehmen sollen. „Die Meisten wählen den Beruf, weil sie nah am Menschen sein wollen. Wir brauchen eine ganzheitliche Pflege“, forderte Bühler. „Statt die pflegerische Arbeit immer weiter aufzuspalten, müssen die Pflegeberufe insgesamt aufgewertet werden.“

Als positiv bewertet ver.di, dass die Praxisanleitung geplant und strukturiert auf der Grundlage des vereinbarten Ausbildungsplans stattfinden muss. „Wir erwarten, dass die ausbildenden Betriebe hier ihrer Verantwortung gerecht werden und zusätzlich ausreichend viele Praxisanleiterinnen einstellen“, stellte Bühler klar. „Eine gute Ausbildung braucht Zeit, sie lässt sich nicht nebenbei erledigen.“

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