Mehr Personal

Welttag der Patientensicherheit

Klinikpersonal entlasten

Welttag der Patientensicherheit

Welttag der Patientensicherheit: ver.di fordert verbindliche Vorgaben für die Personalausstattung und Ende der Ausgliederung

Pressemitteilung, Berlin, 16.09.2019. Anlässlich des „Welttages der Patientensicherheit“ am 17. September 2019 bekräftigt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ihre Forderung nach mehr Personal in den Krankenhäusern. „Zu wenig Personal, vor allem in der Pflege, ist eine Gefahr für Patientinnen und Patienten“, sagte Sylvia Bühler, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand. Die vom Bundesgesundheitsminister erlassenen Personaluntergrenzen seien weit weg von guter Versorgung; jedoch zeige der heftige Widerstand der Krankenhäuser gegen diese Vorgaben, wie schlimm die Situation in vielen Kliniken sei. „Damit nicht weiter wertvolle Zeit verstreicht, muss der Bundesgesundheitsminister unverzüglich den gesetzlichen Auftrag zur Entwicklung und Erprobung eines pflegewissenschaftlich fundierten Personalbemessungsinstruments erteilen“, forderte Bühler. „Auf dieses Signal, warten die Beschäftigten seit Jahren. Vielerorts initiierte Imagekampagnen für die professionelle Pflege sind nur dann glaubwürdig, wenn jeder Verantwortliche mit Hochdruck an nachhaltigen Lösungen gegen den Pflegenotstand arbeitet.“ Genug Personal sei das wirksamste Mittel gegen den Fachkräftemangel. Mit guten Arbeits- und Ausbildungsbedingungen könnten qualifizierte Fachkräfte gehalten und neue gewonnen werden. Und viele, die in der Vergangenheit wegen der hohen Belastungen in die Teilzeit geflüchtet seien, würden ihre Arbeitszeit dann wieder aufstocken.

Der von der Deutschen Krankenhausgesellschaft, dem Deutschen Pflegerat und ver.di kurzfristig zu entwickelnde Vorschlag für ein Pflegepersonalbemessungsverfahren könne die Forschung für eine umfassende, bedarfsgerechte Personalausstattung nicht ersetzen, so Bühler weiter. „Die Beschäftigten warten auf eine schnelle Lösung für das ganze Krankenhaus.“

„Ein Risiko stellt auch die zunehmende Aufspaltung der Tätigkeiten auf immer mehr Beschäftigtengruppen dar. Das, was man seit Jahren aus der Industrie kennt, um die Kosten zu senken, ist im Gesundheitswesen auch aus Patientensicht nicht zu akzeptieren“, so Bühler weiter. Besonders gefährlich sei die Ausgliederung von Bereichen (zum Beispiel Physiotherapie und Hol- und Bringedienste), denn diese Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dürften arbeitsrechtlich nicht in den Betriebsablauf der Klinik eingebunden werden. Bühler: „Diese fatale Entwicklung muss gestoppt werden.“

 

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