Mehr Personal

Bessere Frühchenversorgung verschoben

Personalbemessung

Bessere Frühchenversorgung verschoben

ver.di kritisiert im G-BA beschlossene Übergangsregelungen zur Neonatologierichtlinie

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert die Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), dass die Verbindlichkeit der Personalvorgaben für die intensivmedizinische Frühchen-Versorgung um drei Jahre verschoben wird. "Die Krankenhäuser haben offensichtlich die letzten Jahre nicht genutzt, um die Vorgaben, die ab Januar 2017 verbindlich gelten sollten, einhalten zu können", betont ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler.

Nach jahrelanger Debatte sei im Juni 2013 die Richtlinie mit den Personalvorgaben beschlossen worden. "Diese lange Zeit müsste doch eigentlich ausreichen, um sich entsprechend vorzubereiten", so Bühler. "Man weiß, wie viel Personal gebraucht wird und wie es qualifiziert sein muss, um Frühchen gut zu versorgen. Und dann ist es plötzlich wieder egal, dass dieses Personal nicht ausreichend vorgehalten wird. Das ist ein fatales Signal und passt nicht in die aktuelle Qualitätsdebatte im Gesundheitswesen."

Die Versorgungsqualität hänge eng mit der Personalausstattung zusammen. Nicht ohne Grund sähe die Richtlinie für Frühchen, die intensiv betreut werden müssen, rund um die Uhr eine Eins-zu-eins-Versorgung mit einer Pflegefachkraft vor. "Statt den Fachkräftemangel nur zu beklagen, sollen die Arbeitgeber umgehend die Arbeitssituation in der Pflege verbessern. Eine bessere Bezahlung und eine spürbare Entlastung sind überfällig. Die Beschäftigten sind nicht mehr bereit, durch die Arbeitshetzte im Stationsalltag ihre eigene Gesundheit zu ruinieren", so Bühler.

Gute Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen seien unerlässlich, wenn man junge Menschen für die Gesundheitsberufe begeistern wolle. Verbindliche, am Bedarf orientierte Personalvorgaben seien auch Grundvoraussetzung für eine qualitativ hochwertige und sichere Patientenversorgung.

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