Mehr Personal

Europaweit und International: weniger Personal = schlechtere …

Gewerkschaft international

Europaweit und International: weniger Personal = schlechtere Pflege

Personalbemessung in Krankenhäusern im internationalen Vergleich
Workshop: Personalbemessung international ver.di Workshop: Personalbemessung international



Internationale Studien belegen: Je weniger Pflegepersonal, desto schlechter die Pflege. ver.di hat schon sehr früh für Deutschland auf den Zusammenhang zwischen fehlenden Fachkräften in den Krankenhäusern und einer unzureichenden Versorgungsqualität hingewiesen. In einem Personalcheck hat ver.di einen Fehlbedarf von 162.000 Stellen festgestellt, um eine gute und sichere Versorgung zu gewährleisten (ver.di 2013). Fehlendes Personal wird aber auch sichtbar bei der Besetzung der Stationen während der Nachtschicht (ver.di 2015) oder der Zahl nicht ausgeglichener Überstunden (2016). In Deutschland muss eine Krankenschwester dreimal so viele Patienten versorgen wie in Norwegen oder doppelt so viele wie in der Schweiz (RN4Cast-Studie).

Ein zentraler Baustein zur Sicherung einer guten Versorgung in den Krankenhäusern ist in Deutschland deshalb die Forderung nach einer gesetzlichen Personalbemessung. In anderen europäischen Ländern wie Großbritannien und den skandinavischen Ländern aber auch international wie in Australien sind Konzepte der Personalbemessung durchaus eingeübte Praxis. Um die politische Debatte zu erweitern, haben der Europäische Gewerkschaftsverband für den öffentlichen Dienst (EGÖD) und ver.di Kolleginnen und Kollegen aus den europäischen Gewerkschaften, aus der Politik und den Wissenschaften zu einem Workshops eingeladen, um die Erfahrungen vor allem unter dem Label "Aufwerten und Entlasten" auszutauschen.

Der Workshop „Personalbemessung in Krankenhäusern im internationalen Vergleich“ fand am 16. November 2016 in Berlin statt. Insgesamt nahmen 52 Experten und Expertinnen aus Gewerkschaften, Politik, den Krankenhäusern und der Wissenschaft aus 12 europäischen Ländern teil. Als wichtigstes Ergebnis: „There is power in a union“, und das europaweit für die Durchsetzung von Personalvorgaben, denn überall in Europa sind die fehlenden personellen Ressourcen und die schlechten Arbeitsbedingungen der Kern des Problems, um eine gute Gesundheitsversorgung zu sichern.

Die Ergebnisse des Workshops, die einzelnen Vorträge und Überlegungen sind hier zu finden:

  • die Einladung und Tagesordnung
  • die Präsentationen von: Bernard Braun, Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik, Universität Bremen, Petra Kokko, FCG Consulting – Finnland, Ivana Břeňková, stellvertr. Vorsitzende der OSZSP ČR, Grit Genster, Bereichsleitung Gesundheitspolitik in ver.di und Josef Zellhofer vom ÖGB
  • der Fragebogen und seine Auswertung zur Umsetzung von Personalvorgaben in Europa unter den beteiligten Gewerkschaften
  • die problemorientierte Dokumentation des Workshops und die
  • Kurzfassung der Ergebnisse in den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch

Herzlichen Dank an alle Referent/innen und Teilnehmer/innen, die mit ihren Beiträgen den Workshop unterstützt, mit ihren Anregungen, Positionen und Hinweisen für neue Erkenntnisse und insgesamt für das Gelingen des Workshops gesorgt haben.

Kontakt

  • Dr. Margret Steffen

    Ge­sund­heits­po­li­ti­k. The­menschwer­punk­te: EU-­Po­li­ti­k, Be­rufs­ge­nos­sen­schaft Ge­sund­heits­dienst und Wohl­fahrts­pfle­ge

    030/6956-1811