Leiharbeit in der Pflege

Das Personal ist zu knapp bemessen

Leiharbeit in der Pflege

Das Personal ist zu knapp bemessen

Debattenbeitrag Leiharbeit: Wenn Pflegeschlüssel so knapp bemessen sind, dass niemand ausfallen darf, wird sich nichts daran ändern, dass Leiharbeitskräfte eingesetzt werden.

Sehr geehrte Damen und Herren,

solange Pflegekräfte nicht Verantwortung für ihren Beruf übernehmen wollen, wird man als Pflegeheim bzw. Klinik Probleme haben, vakante Stellen zu besetzen. Ich arbeite in einem Pflegeheim, das seit Jahren gute Gehälter zahlt und absolut ungern auf Zeitarbeitsfirmen zurückgreift. Aber wenn der Personalschlüssel durch Urlaub und Krankheit nicht gedeckt ist, bleibt den Heimen nichts anderes übrig, als auf die Zeitarbeitsschiene zu schwenken. Wir versuchen, über neue Auszubildende den natürlichen Abgang (Renteneintritt) der Stammkräfte zu kompensieren und haben bereits sehr erfolgreich einen Flüchtling ausgebildet. Aber gerade Auszubildende müssen von engagierten Pflegekräften betreut werden. Diese finden sich auch nicht bei der Zeitarbeitsfirma! Pflegekräfte, die bei einer Zeitarbeitsfirma arbeiten, tun dies, obwohl sie weniger verdienen, aber sie tragen eben auch nicht die Verantwortung einer Stammkraft und sie geben ihre Einsatzzeiten vor. Unsere Fachkräfte müssen sich nicht nach dem Arbeitsplan der Zeitarbeit richten, sondern umgekehrt, sonst wird eine andere Firma beauftragt. Es liegt nicht nur an der Bezahlung, sondern an der Finanzierung durch die Kostenträger. Wenn Pflegeschlüssel so knapp bemessen sind, dass keine Pflegekraft ausfallen darf, ohne dass die Kollegen einspringen müssen, wird sich daran nichts ändern.

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Hülsmann

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