Warum Pflegekräfte in die Leiharbeit wechseln

Es ist ein deutliches Zeichen, dass vieles im Gesundheitswesen im Argen liegt, wenn Pflegekräfte lieber bei einer Leiharbeitsfirma beschäftigt sind, als bei einem Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung angestellt und in einem festen Team verankert zu sein. Pflegekräfte wechseln in Leiharbeit, weil sie dort vor allem besser planbare Arbeitszeiten geboten bekommen und insbesondere in der Altenpflege auf den ersten Blick auch eine bessere Bezahlung als die Stammbelegschaft. Leiharbeiter*innen in der Pflege können sich ihre Schichten besser aussuchen und geben das als großen Vorteil an. Beschäftigte der Stammbelegschaft müssen regelmäßig kurzfristig einspringen, wenn bei einer viel zu dünnen Personaldecke auch noch Kolleg*innen krank werden.

Aufgrund des hohen Fachkräftebedarf blüht der Markt und zwar unter anderen Vorzeichen als sonst bei Leiharbeit üblich. Individuell ist mehr als verständlich, dass Pflegekräfte über die Leiharbeit bessere Bedingungen für sich rausholen wollen. Für die Versorgung der Patient*innen und Pflegebedürftigen und für die Zusammenarbeit im Team ist es aber verheerend. Kolleginnen und Kollegen berichten häufig, dass die nicht vorhandene Einarbeitung in die Arbeitsstrukturen der jeweiligen Einrichtung zu Problemen im Tagesablauf führt und dadurch für die ohnehin stark belasteten Beschäftigten eine Zusatzbelastung entsteht. Zur Wahrheit gehört auch, dass Leiharbeitsfirmen natürlich Gewinn machen wollen. Der speist sich dann aus unseren Sozialversicherungsbeiträgen und Steuern, die ins System reinfließen – und für eine gute Pflege eingesetzt werden sollten und nicht zur Gewinnmaximierung.

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