Kirchen und Arbeitsrecht

Ein ganz normaler kirchlicher Arbeitgeber?

Diakonie Weimar Bad Lobenstein

Ein ganz normaler kirchlicher Arbeitgeber?

Weit gefehlt. Nach jahrelangem Hin und Her wurde kürzlich bekannt, dass per Beschluss des  Kirchengerichtshofes das Sophienhaus in Weimar gGmbH nicht Mitglied im Diakonischen Werk der evangelischen Kirche in Mitteldeutschland ist.

Soweit so klar. Vorbereitungen zur Wahl eines Betriebsrates wurden getroffen. Jetzt wurde bekannt, das Sophienhaus wird mit der Saale Neckar Diakonie gGmbH "verschmolzen", wie es rechtlich so nett heißt. Kurz: das Sophienhaus wird (wieder)kirchlich, da die aufnehmende Einrichtung Mitglied im Diakonischen Werk ist.

Pikant und skandalös: Das Sophienhaus und die Saale Neckar Diakonie sind Teil des Diakonie Konzerns Weimar Bad Lobenstein, Betreiber von 120 Einrichtungen mit 2.100 Beschäftigten. Diese werden alle nach einer sog. Arbeits- und Sozialordnung vergütet. Arbeitsvertragsrichtlinien oder gar Tarifverträge sind nicht gewünscht. Mit anderen Worten der Arbeitgeber, im kirchendeutsch Dienstgeber, bestimmt einseitig die Löhne und übrigen Arbeitsbedingungen. Bezahlung nach Gutsherrenart wird so etwas genannt. Wen wundert es, wenn vor diesem Hintergrund die Vergütungen in dem Konzern weit unterhalb der üblichen kirchenrechtlichen oder tarifvertraglichen Vergütungen liegen.

Verantwortlich für das Gesamtunternehmen ist Dr. Scholtissek, gleichzeitig Vorsitzender des Diakonischen Dienstgeberverbandes Diakonie Mitteldeutschland.

Die Fragen, die sich dem außenstehenden Betrachter stellen lauten: Was ist an diesem Unternehmen noch christlich-diakonisch? Mit welchem Recht beruft sich die Unternehmensführung auf die Anwendung eines kirchlichen Arbeitsrechts? Wer beendet dieses undemokratische Gebaren?

Mehr zum Hintergrund kann hier nachgelesen werden: www.mav-ekm.de

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