Kirchen und Arbeitsrecht

Endlich am Ziel!

Diakonie Niedersachsen

Endlich am Ziel!

Nach einem weiteren langen Verhandlungstag steht am 15. Dezember 2016 ein Verhandlungsergebnis: Mehr Geld, zukunftssichere Strukturen, Sozialstandards verteidigt!

Wir haben viel erreicht – wenn auch nicht alles. Ein akzeptabler Kompromiss. Das Ergebnis im Einzelnen:

  • Entgeltsteigerung: Ab 01.01.17 gibt es eine Steigerung von 2,25% und ab 01.01.18 von weiteren 2,25% bei einer Laufzeit bis 31.12.2018. Für die Monate Okt.-Dez. 2016 gibt es eine Einmalzahlung und 300€ (Teilzeitkräfte anteilig). Damit halten wir Anschluss an die Tarifentwicklungen im Sozial- und Gesundheitsbereich.
  • Ärztetabelle – Es wird die neue Tabellenstruktur MB/VKA eingeführt. Die Tabellenwerte berechnen sich auf Grundlage der abweichenden diakoniespezifischen Komponenten wie z.B. die abweichende Wochenarbeitszeit.
  • Bereitschaftsdienst – leichte Verbesserungen für den Teil B (z.B. Jugendhilfe, Behindertenhilfe): ab dem 7 Bereitschaftsdienst höhere Bewertung (statt wie bisher ab dem 9. Bereitschaftsdienst); Teil A (Krankenhaus): Bereitschaftsdienst wie TVöD (nur noch 3 Stufen, Bewertung des Bereitschaftsdienst als Arbeitszeit verbessert); ärztlicher Bereich: weitgehende Übernahme der MB/VKA Regelung
  • Nachtzuschlag: Im Krankenhausbereich erhöht sich der Nachtzuschlag auf 20% des Stundenentgeltes (dafür Wegfall der Wechselschichtzulage). Der Nachtzuschlag wird in den anderen Bereichen von jetzt 1,28€ auf 1,50€ erhöht. Dieser Betrag nimmt zukünftig an Entgeltsteigerungen teil.
  • Aufwertung Sozial- und Erziehungsdienst – für einige Berufsgruppen gibt es konkrete Verbesserungen, die zum 1.1.2018 eingeführt werden; viele Tätigkeiten sind aber noch nicht berücksichtigt; hier gibt es die Übereinkunft, sich auf Grundlage der bisherigen Vorschläge in einer Unterarbeitsgruppe mit dem Thema zu befassen und zu Lösungen zu kommen. Hier sind dann insbesondere die Kolleginnen und Kollegen der Behinderten- und Jugendhilfe gefragt, sich einzubringen.
  • Entlastungstage (früher Altersfreizeit genannt): die Tage bleiben erhalten, allerdings können sie für Schichtarbeitende erst ab dem 56. Lebensjahr und für Nicht-Schichtarbeitende mit 58 Lebensjahr genommen werden.
  • Kinderzulage bleibt erhalten!
  • Neue Tabellenstruktur: zu den jetzt 4 Stufen werden 2 zusätzlich eingeführt (85%/90%/95%/100%/102,5%/105%). Zunächst zum 1.1.2018 Ersatz der Stufe 80% durch eine 85% Einstiegsstufe und Erweiterung um die Stufe 5 (102,5%). Nach weiteren 3 Jahren wird dann die Stufe 6 eingeführt (E 6-E 14 105%). Mit dieser Veränderung der Tabelle wird die Arbeit in der Diakonie für Berufseinsteiger attraktiver und die berufserfahrenen Kollegen/innen wechseln in die Diakonie bzw. es ist attraktiv zu bleiben.
  • Jahressonderzahlung: das strittigste Thema – die Arbeitgeber wollten eine pauschale Absenkung um 30% für alle Entgeltgruppen. Das jetzige Ergebnis sieht eine nach Entgeltgruppen gestufte Einarbeitung von Anteilen der Jahressonderzahlung (JSZ) in die Tabellenwerte vor, welche mit der Jahressonderzahlung 2018 beginnt. Mit der 4jährigen Absenkung der JSZ werden die Umstellungskosten in die neue Tabellenstruktur teilkompensiert. E 3-E 5 - 85% JSZ E 6 – E8 – 75% JSZ (von 2018 – 2021), ab 2022 bleibt es bei 82% E 9 – E 11 67,5% JSZ (von 2018 – 2021) ab 2022 bleibt es bei 70% E 12-E14 und Ärzte 45% JSZ (von 2018 – 2021) ab 2022 bleibt es bei 47,5%

Bei den unteren Entgeltgruppen E 1- E 2 und S 1-S 2 bleibt es bei der bisherigen Jahressonderzahlung.

Das Ergebnis steht noch unter Vorbehalt. Die Gremien der Tarifparteien müssen dem Ergebnis zustimmen, es muss noch ein Tarifvertragstext erarbeitet werden. Im Januar werden wir ein ausführliches Flugblatt erstellen, welches den Tarifabschluss umfassender erläutert.

Wir haben vieles erreicht, auch einiges abgewehrt (z.B. Streichung Kinderzulage, Entlastungstage erst ab 58/60 Jahren). Das Ergebnis bewerten wir insgesamt als Erfolg! Ein Erfolg nicht zum Ausruhen, sondern zum noch besser werden - am besten mit Dir!

Im Namen der ver.di Tarifkommission: Annette Klausing