Gesundheitspolitik

ver.di beim Kongress »Armut und Gesundheit«

ver.di beim Kongress »Armut und Gesundheit«

Unter dem Titel »Ausländische Fachkräfte für die Pflege – Die Bedingungen müssen stimmen« hat sich ver.di mit einem Fachforum am Kongress »Armut und Gesundheit« Mitte März in Berlin beteiligt. Arbeitgeber im Gesundheitswesen und auch die Politik lenken zunehmend den Blick auf Pflegefachkräfte aus dem Ausland, um den Bedarf an Pflegekräften in Deutschland zukünftig sicherzustellen. Das Thema gewinnt an Bedeutung, weil es unter den gegenwärtig schlechten und unattraktiven Arbeitsbedingungen in der Pflege und den Herausforderungen des demografischen Wandels immer schwieriger wird, qualifiziertes Pflegepersonal in Deutschland zu finden und dauerhaft in der Tätigkeit zu halten. ver.di stellt dabei heraus: Allein durch Migration ist das Problem fehlender Fachkräfte nicht zu lösen. Die Bedingungen müssen stimmen, damit Migration als Chance für Pflege genutzt werden kann.

Kongress: Armut und Gesundheit 2019 ver.di Kongress: Armut und Gesundheit 2019

Nach einem Vortrag von Prof. Dr. Hildegard Theobald von der Universität Vechta zum Thema »Wie werden Pflegekräfte mit Migrationshintergrund und Männer in die Pflegearbeit einbezogen?« und dem Input des Kollegen Reiner Siebert, vom ver.di-Bildungsinstitut im Gesundheitswesen (BiG) »Der steinige Weg zur beruflichen Integration« wurde in der Debatte herausgestellt, dass Anwerbung unter ethisch-moralischen Aspekten stattfinden müsse. Ein »Brain Drain«, wodurch Deutschland qualifizierte Pflegekräfte aus anderen Ländern abwerbe und diese Länder dringend benötigte Fachkräfte verlieren, müsse verhindert werden. Grundvoraussetzung sei zudem, dass die Integration von ausländischen Pflegekräften Zeit brauche, und dass dazu neben der zentralen Voraussetzung der guten Arbeitsbedingungen, wertschätzende Führung und die Tätigkeit der im Heimatland erworbenen Qualifikation und bereits erworbenen beruflichen Erfahrungen entspreche. ver.di machte deutlich, dass der gewerkschaftliche Grundsatz »gleicher Lohn für gleiche am gleichen Ort« gelte. Deshalb seien auch verbindliche Mindestlöhne in allen EU-Staaten und Regeln, die die Ausweitung prekärer Beschäftigungsverhältnisse verhinderten und gute Arbeit beförderten unabdingbar. Die Anwerbung ausländischer Pflegekräfte könne somit nur eine Maßnahme eines ganzen Bündels sein, so das Fazit der Veranstaltung.

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