Klinikpersonal entlasten

»Tour de Pflege« in Rheinland-Pfalz

»Tour de Pflege« in Rheinland-Pfalz

Mit insgesamt 13 Kundgebungen weisen fahrradfahrende Pflegepersonen auf die schlechten Arbeitsbedingungen hin und werben für eine Demonstration am 11. September 2021 in Mainz.


Am 5. Juli 2021 startete die »Tour de Pflege« durch Rheinland-Pfalz. Insgesamt 13 Kundgebungen führten die Pflegefachfrauen und -männer in einer Woche durch, um für eine landesweite Demonstration am 11. September 2021 in Mainz zu werben. Zum Abschluss ging es am 9. Juli von Bad Kreuznach über Bingen dem Rhein entlang nach Mainz, wo um 15:30 Uhr schon zahlreiche Freunde und Kolleginnen im Innenhof des Marienhaus-Klinikums auf die Fahrradfahrerinnen warteten.

Mit dem Fahrrad unterwegs für gute Pflege ver.di Mit dem Fahrrad unterwegs für gute Pflege

Die Pflegedirektorin Marion Christian begrüßte die Tourteilnehmer*innen herzlich und lud sie zu Umtrunk und kleinem Imbiss ein. Der ver.-di-Pflegebeauftragte für Rheinland-Pfalz und das Saarland, Michael Quetting, bedankte sich sehr für die freundliche Aufnahme und betonte die gemeinsamen Bemühungen zur Verbesserung der Lage der Pflegepersonen. Der Minister für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung in Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer, der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Landtag, Josef Winkler, sowie der Sozialmediziner Prof. Dr. Gerhard Trabert sprachen zu den Teilnehmer*innen und sagten ihre Unterstützung im Kampf gegen den Pflegenotstand zu.

Auf den Kundgebungen und in Gesprächen mit ihren Kolleginnen und Kollegen forderten die unermüdlichen Fahrradfahrer*innen unter anderem die unverzügliche Abschaffung der Fallpauschalen (Diagnosis Related Groups, DRG). Mitfahrende Hebammen kritisierten die Entwicklungen in der Geburtshilfe, die durch das DRG-System zugrunde gerichtet werde. Der Abbau von Kapazitäten und die belastenden Arbeitsbedingungen seien unerträglich geworden. Gefordert wurden mehr Anerkennung durch bessere Bezahlung, vor allem aber menschenwürdige Arbeitsbedingungen.

»Wir wollen nicht länger vertröstet werden.«

Daiana Neher, OP-Pflegerin

Die Corona-Pandemie habe ans Licht geholt, »was seit Jahrzehnten falsch läuft«, erklärte die OP-Pflegerin Daiana Neher von der Unimedizin Mainz, die die Initiative zur »Tour de Pflege« ergriffen hatte. Aufgrund der schlechten Bedingungen fänden sich immer weniger qualifizierte Menschen, die in den Pflegeberufen arbeiten wollten. Wegen der Personalnot müsse man allzu oft bei der Patientenversorgung Abstriche machen, schilderten die Pflegefachpersonen. Angesichts der Situation dürften die politischen Entscheidungsträger keine Zeit mehr verlieren. Deswegen wolle man den Bundestagskandidatinnen und -kandidaten auf den Zahn fühlen. »Wir wollen nicht länger vertröstet werden. Wir brauchen Gesetze, die verbindlich eine gute Personalausstattung regeln und vor allem in der Altenpflege eine anständige Bezahlung garantieren – auch bei Arbeitgebern, die sich einer fairen Entlohnung und guten Tarifverträgen immer noch verweigern«, so Daiana Neher.

Laut und sportlich: Der Pflegeaufstand Rheinland-Pfalz ver.di Laut und sportlich: Der Pflegeaufstand Rheinland-Pfalz

Die Sprecherin des Pflegebündnisses »Pflegeaufstand Rheinland-Pfalz«, Julia-C. Stange, forderte in ihrer Rede dazu auf, endlich die Strukturprobleme anzupacken. »Sonst wird es auf Dauer keine Entlastung geben. Immer noch ist das Gesundheitswesen auf Profitmaximierung und wirtschaftlichen Wettbewerb ausgelegt.« Notwendig seien Taten. Und diese würden nur erfolgen, wenn die Regierenden und Arbeitgeber dazu gezwungen werden, betonte die Kinderkrankenschwester. »Dazu bedarf es der Vernetzung und letztlich der Stärkung der Gewerkschaft«, so Stange in ihrem Resümee. Jetzt heißt es, mit aller Kraft die Demonstration am 11. September 2021 in Mainz vorzubereiten.

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Kontakt

  • Frank Hutmacher

    Lan­des­fach­be­reichs­lei­ter Rhein­lan­d-Pfalz-Saar­land

    06131 / 97 26-130

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