Klinikpersonal entlasten

Streikunterbrechung an Unikliniken

Klinikpersonal entlasten

Streikunterbrechung an Unikliniken

viele Menschen auf Wiese ver.di Streikversammlung an den Unikliniken Essen und Düsseldorf am 16. Juli 2018

Am 16. Juli 2018 fand in Duisburg eine gemeinsame Streikversammlung mit 650 Streikenden der Unikliniken Essen und Düsseldorf und der Tochtergesellschaften UKM und GKD statt. Die Belegschaften diskutierten dort über das Verhandlungsergebnis des Spitzengesprächs zwischen Arbeitgebern und ver.di, das in der vergangenen Woche in Berlin stattgefunden hatte. Bedingung der Arbeitgeberseite für die Aufnahme von Verhandlungen war, dass die Beschäftigten der Unikliniken während der Verhandlungen den Streik aussetzen. Die Gespräche sollen noch in dieser Woche aufgenommen werden.

Jan mit Mikro, Menschen mit Fahnen Dave Kittel ver.d-Verhandlungsführer Jan von Hagen beim Streik an der Uniklinik Essen

„Wir haben heute eine große Ernsthaftigkeit in der Beratung mit den Kolleginnen und Kollegen erlebt. Den Beschäftigten fällt es nicht leicht, nach den Erfahrungen der letzten Monate das Vertrauen aufzubauen, dass die Verhandlungen von Seiten der Vorstände mit der Ernsthaftigkeit und Offenheit geführt werden, die der Belastungssituation in den Betrieben entspricht,“ erklärt Jan von Hagen, Verhandlungsführer für ver.di. Es sei lange darüber diskutiert worden, den Streik während der Verhandlungen weiter zu führen, um deutlich zu machen, dass es um konkrete Sofortmaßnahmen und Lösungen für Entlastung und nicht um Trostpflaster gehen könne. Die Beschäftigten haben letztendlich beschlossen, den Streik mit dem Ende der Nachtschicht am frühen Mittwochmorgen zu unterbrechen. „Die Streikenden haben damit den Weg für Verhandlungen freigemacht. Die Kolleginnen und Kollegen haben sich die Entscheidung in den Streik zu treten, nicht leichtgemacht. Wir hoffen, dass der Arbeitgeberseite klar ist, dass der Entlastungsdruck immens ist, wenn Belegschaften im Krankenhaus sich für dieses Mittel im Arbeitskampf entscheiden!“ In der Diskussion sei sehr deutlich gesagt worden, dass die Beschäftigten im ganzen Haus zusammenstehen. „Viele kannten sich vor den Streiks wenig. Jetzt sehen sie, dass Entlastung ein Thema im ganzen Betrieb ist,“ so der Gewerkschafter weiter.

Gegenstand der Gespräche werden insbesondere Entlastungsmaßnahmen, Personalbemessungsverfahren, ein Konsequenzenmanagement und Sofortmaßnahmen sein. Regelungen zur Ausbildungsqualität sollen ebenfalls verhandelt und erste Schritte zur Verbesserung geregelt werden. Am Freitag werden in beiden Betrieben Informationsveranstaltungen zum Verhandlungsstand stattfinden.

Auf großes Unverständnis stößt bei den Streikenden, dass die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) laufende Verhandlungen für andere Bereiche für die Dauer der Streiks an den Unikliniken Essen und Düsseldorf ausgesetzt hat. Vom Abbruch der Verhandlungen der TdL sind z.B. die Auszubildenden in den schulischen Ausbildungen (z. B. Physiotherapeuten, Diätassistenten) betroffen, die bisher keine Vergütung in der Ausbildung bekommen.

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