Klinikpersonal entlasten

SRH: Verhandlung über Entlastung

SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach

SRH: Verhandlung über Entlastung

Nach der ersten Verhandlungsrunde wendet sich die ver.di-Verhandlungskommission mit folgendem Schreiben an die Beschäftigten:

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

nachdem wir die Geschäftsführung des SRH Klinikums Karlsbad-Langesteinbach bereits im Juli zu Tarifverhandlungen über einen Tarifvertrag Entlastung für die Beschäftigten aufgefordert hatten, hat am 29. November 2017 endlich die erste Verhandlungsrunde stattgefunden. In den letzten Wochen und Monaten haben sich viele von Euch sich an unseren Aktivitäten beteiligt. Die Ergebnisse der „Soll-Ist-Voll-Rechner“ waren dabei eine wichtige Grundlage für unsere Forderungen.

Menschen mit Transparent "Mehr von uns ist besser für alle" ver.di Aktion für Entlastung an der SRH-Klinik Karlsbad-Langensteinbach

Unser Ziel in den Verhandlungen ist, Maßnahmen in einem Tarifvertrag Entlastung verbindlich zu vereinbaren, die im Ergebnis zu einer spürbaren Entlastung aller Kolleginnen und Kollegen im Klinikum führen. Unsere Forderungen im Einzelnen:

1. Mindestbesetzungen (anwesende Pflegefachkräfte pro Patient)

  • keine Schicht allein – mindestens 2 Fachkräfte pro Schicht
  • Normalstation 1:7
  • Intensiv 1:2
  • IMC / Aufwachräume 1:3
  • SHV (Schädel-Hirn-Verletzte) 1:3
  • Paraplegiologie 1:3
  • Anästhesie 1 AnästhesiepflegerIn pro OP
  • OP: 2 OP-PflegerInnen/OTA pro Saal
  • Zusätzlich: 1 SpringerIn pro 2 Säle

2. Konsequenzenmanagement

  • Wenn diese tariflichen Vorgaben nicht eingehalten werden müssen Konsequenzen vereinbart werden. Wir fordern dafür die Festlegung eines verbindlichen Verfahrens welche Maßnahmen dann erfolgen und deren Überwachung. Solche Maßnahmen können in letzter Konsequenz auch Bettensperrungen beinhalten.
  • Als weiteres wichtiges Instrument zur Meldung von Überlastungen wollen wir im Tarifvertrag ein Verfahren zur Nutzung von Gefährdungsanzeigen und zum Umgang mit diesen regeln. Auch Gefährdungsanzeigen müssen verbindliche Maßnahmen zur Folge haben!

3.    Weitere Entlastungs- und Freistellungsregelungen:

  • Zeit für Praxisanleitung: Freistellungstage, auch für die Vorbereitung („PAL-Tag“)
  • Physio- und Ergotherapeuten / LogopädInnen: 1 Freistellungstag pro Monat für Weiterbildungen (auch zusammenhängend zu beanspruchen, 12 pro Jahr)
  • Zeit für die Einarbeitung neuer Pflegekräfte
  • Die (Wieder-) Einführung von StationssekretärInnen zur Erledigung administrativer Aufgaben zur Entlastung der Pflege
  • Verbindliche Prioritätensetzung für die Pflege bei Unterbesetzungen, d.h. klare Vorgaben, was in diesen Fällen zuerst erledigt werden muss.

In der Tarifverhandlung folgte dann eine längere Diskussion über unser Forderungspaket, insbesondere unsere Forderungen zur Mindestbesetzung auf den Stationen. Die Arbeitgeber erklärten ihre grundsätzliche Bereitschaft über unsere Forderungen zu verhandeln und am Ende einen Tarifvertrag Entlastung mit uns zu vereinbaren. Deutlich wurde dabei jedoch auch, dass sie sich damit offensichtlich Zeit lassen wollen. Zeit, die wir nicht haben – Entlastung ist überfällig!

Die ver.di Vertrauensleute werden jetzt gemeinsam über geeignete Aktionen diskutieren, um den Druck für die Tarifverhandlungen zu erhöhen. Die Verhandlungen werden am 2. Februar und am 6. März 2018 fortgesetzt.

Eure ver.di Tarifkommission

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