Klinikpersonal entlasten

Alle saarländischen Krankenhäuser zu Tarifverhandlungen aufgefordert

Tarifvertrag Entlastung

Alle saarländischen Krankenhäuser zu Tarifverhandlungen aufgefordert

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat heute (Montag, 14. November 2016) alle 21 Krankenhäuser des Saarlandes gleichzeitig zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag Entlastung aufgefordert. Die Gewerkschaft fordert mehr Personal, verlässliche Arbeitszeiten und einen Belastungsausgleich. Die Aufforderung an die saarländischen Arbeitgeber bildet den Auftakt für eine bundesweite Tarifbewegung, die alle Träger umfasst – gleich, ob öffentlich, freigemeinnützig, konfessionell oder privat.

Bundesweit fehlen nach ver.di-Berechnungen 162.000 Stellen in Krankenhäusern. In allen Berufsgruppen der Krankenhäuser sei mehr Personal nötig, um eine gute Versorgung der Patienten gewährleisten zu können, allein in der Pflege fehlen 70.000 Stellen. ver.di halte weiter daran fest, dass es Aufgabe der Politik sei, mit einer gesetzlichen Personalbemessung für genug Personal für eine sichere Versorgung der Patienten zu sorgen.

Aber nicht nur die Patienten litten unter der Personalnot, sondern auch die Beschäftigten. „In vielen Kliniken kann die Versorgung nur noch gewährleistet werden, weil die Beschäftigten alles aus sich raus holen. Das geht nur auf Kosten der eigenen Gesundheit. Das muss sich ändern, deshalb machen wir die Personalausstattung jetzt zum Gegenstand unserer Tarifbewegung für einen Tarifvertrag Entlastung“, so Sylvia Bühler, Mitglied des ver.di-Bundesvorstands. „Die Beschäftigten in den Kliniken sind nicht länger bereit, ständig auf ihre gesetzlich vorgeschriebenen Pausen zu verzichten und regelmäßig aus ihrem freien Wochenende zu kommen, um den chronischen Personalmangel individuell auszugleichen.“

Im Saarland wird nun die Antwort der Arbeitgeber erwartet. Die Finanzierungsbedingungen seien dort für alle Kliniken gleich. Deshalb fordere ver.di für alle Krankenhäuser im Saarland einheitliche Regelungen zur Entlastung des Personals. Insgesamt fehlten dort 3.350 Stellen.

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