Klinikpersonal entlasten

Streiks werden fortgesetzt

Klinikpersonal entlasten

Streiks werden fortgesetzt

ver.di-Vorsitzender Bsirske stärkt Streikenden der Unikliniken Düsseldorf und Essen den Rücken: »Ich bin absolut überzeugt, dass wir diese Auseinandersetzung gewinnen«

Die Auseinandersetzung um einen Tarifvertrag für Entlastung und mehr Personal an den Unikliniken Düsseldorf und Essen geht weiter. Seit dem 2. Juli und noch bis zum Abend des 4. Juli befinden sich die Beschäftigten der Uniklinik Essen im Warnstreik. Am 3. Juli bezogen die Streikenden der Uniklinik Düsseldorf ihr Streikzelt. In der NRW-Landeshauptstadt rief ver.di seit dem frühen Morgen zu Streiks auf, die noch bis Ende der Woche andauern werden.

Prominente Unterstützung für die Streikenden der Unikliniken Düsseldorf und Essen: Am 4. Juli besuchte der Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Frank Bsirske, die Beschäftigten, die sich für Tarifverträge für Entlastung und mehr Personal einsetzen. „Dass die Belegschaft einer Uniklinik in den unbefristeten Streik tritt, ist nicht alltäglich“, sagte Bsirske. „Die politisch Verantwortlichen haben den schwelenden Pflegenotstand viel zu lange ignoriert. Die Beschäftigten der Kliniken gehen täglich an ihre Grenzen und darüber hinaus, um die Patientenversorgung zu gewährleisten. Das kann so nicht weitergehen! Damit muss Schluss sein!“

Mann mit Mikro, darum streikende Menschen ver.di Krankenhausnetz NRW 4.7.2018: Frank Bsirske (ver.di-Vorsitzender) besucht die Streikenden an der Uniklinik Düsseldorf

„Es ist gut, dass ihr eure Sache selbst in die Hand nehmt. Das macht viel Mut“, sagte Bsirske vor den Streikenden. Die Bedeutung des Tarifkonflikts an der Düsseldorfer Uniklinik gehe weit über den Betrieb und die Region hinaus. „Es geht auch um die Frage, ob im Gesundheitswesen betriebswirtschaftliche Kennziffern im Vordergrund stehen oder die Menschen, die ein Anrecht auf eine bestmögliche Versorgung haben.“ Bsirske weiter: „Die Streikenden haben die Solidarität der gesamten Gewerkschaft, so lange, wie das nötig sein wird. Ich bin absolut überzeugt, dass wir diese Auseinandersetzung gewinnen.“

„Es ist gut, dass sich die Beschäftigten der Unikliniken in Düsseldorf und Essen für Entlastung einsetzen. Sie vertreten damit nicht nur ihre eigenen Interessen, sondern auch die der Patientinnen und Patienten. Die Auseinandersetzung für mehr Personal in den Krankenhäusern geht uns alle an. Jeder ist in seinem Leben mal darauf angewiesen, im Krankenhaus gut versorgt zu werden. Doch das ist unter den gegebenen Bedingungen immer weniger möglich.“

Frank Bsirske, ver.di-Vorsitzender

An die Arbeitgeber appellierte Bsirske, endlich in ernsthafte Verhandlungen mit ver.di über einen Tarifvertrag zur Entlastung einzutreten. An der Uniklinik Düsseldorf sei es zudem überfällig, Tarifverträge für die Tochterunternehmen im Servicebereich zu schließen. „Es kann nicht sein, dass Beschäftigte für die gleiche Arbeit bis zu 400 Euro weniger im Monat nach Hause bringen – und das in einem landeseigenen Unternehmen“, kritisierte Bsirske. „Auch in den Servicegesellschaften muss der Tarifvertrag der Länder gelten. Die Landesregierung muss hier endlich ihrer Verantwortung nachkommen und den Vorstand zur Einhaltung tariflicher Standards bewegen.“

Bsirske kritisiert das Vorgehen der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL), der die Unikliniken angeschlossen sind. Die TdL hat sämtliche Gespräche mit ver.di zu anderen Themen – zum Beispiel zur Bezahlung betrieblich-schulischer Auszubildender in Gesundheitsberufen und zur Entgeltordnung für angestellte Lehrkräfte – ausgesetzt, solange die Gewerkschaft zu Streiks für Entlastung aufruft. „Das stößt auf völliges Unverständnis und macht die Kolleginnen und Kollegen richtig wütend“, so Bsirske. ver.di werde es nicht zulassen, dass Beschäftigtengruppen gegeneinander ausgespielt werden. „Wir streiten gemeinsam für gute Arbeitsbedingungen – und zwar überall."

Nach Kundgebungen mit den Streikenden in Düsseldorf und Essen machte Bsirske den ersten Spatenstich zur Errichtung eines Streikzelts an der Uniklinik Essen. Dieses steht an historischem Ort vor dem Haupteingang der Uniklinik Essen: Hier stand auch das Streikzelt während der großen Tarifauseinandersetzung von 2006. Damals streikten die nordrhein-westfälischen Unikliniken 16 Wochen lang für einen Tarifvertrag – mit Erfolg. „Schon 2006 haben die Beschäftigten der Unikliniken in NRW bewiesen, dass sie auch harte und langwierige Tarifkonflikte durchstehen können“, erklärte Wolfgang Cremer, Leiter des Bereichs Gesundheitswesen bei ver.di NRW. „Auch jetzt haben wir einen langen Atem, um die dringend nötige Entlastung durchzusetzen.“

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Kontakt

  • Wolfgang Cremer

    Lan­des­fach­be­reichs­lei­ter Nord­rhein-West­fa­len

    0211 / 618 24-290

  • Astrid Sauermann

    Kom­mu­ni­ka­ti­on und Öf­fent­lich­keits­ar­beit / z. Zt. in Mut­ter­schutz/­El­tern­zeit

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