Klinikpersonal entlasten

Warum wir solidarisch sind

Klinikpersonal entlasten

Warum wir solidarisch sind

Streiks an Unikliniken Düsseldorf und Essen

Die Beschäftigten der Unikliniken Düsseldorf und Essen streiken für mehr Personal und Entlastung. Es geht um eine gute Patientenversorgung und gesunde Arbeitsbedingungen im Krankenhaus. Das ist nicht nur in Düsseldorf und Essen ein Thema, sondern überall. In allen Kliniken gehen Beschäftigte über ihre Grenzen, werden Patientinnen und Patienten nicht optimal versorgt, weil es an Personal fehlt. Die Auseinandersetzungen in NRW haben daher weiteichende Bedeutung für das ganze Gesundheitswesen. Sie sind nur zu gewinnen, wenn wir solidarisch zusammenstehen. Hier erklären Kolleginnen und Kollegen, warum sie die Streikenden unterstützen.

Foto Sabine Stein privat Sabine Stein  – ist Gesundheits- und Krankenpflegerin auf einer onkologischen Station des Homburger Uniklinikums im Saarland.

»Meine Kollegen und ich stehen voll hinter den Streikenden der Unikliniken in Düsseldorf und Essen. Es ist wichtig, dass wir zusammenhalten und uns gegenseitig unterstützen. Am Uniklinikum des Saarlands bereiten wir ebenfalls gerade die Urabstimmung über einen unbefristeten Streik vor. Inzwischen bewegt sich auch die Regierung. Jetzt müssen wir dranbleiben und weder Arbeitgeber noch Politiker aus der Verantwortung entlassen.«

Foto von Axel Köhler-Schnura privat Axel Köhler-Schnura  – lebt in Düsseldorf und war kürzlich als Patient in der Uniklinik.

»Im vergangenen Jahr war ich als Patient in fünf verschiedenen Krankenhäusern. Da habe ich die Zustände hautnah miterlebt. Die Pflegekräfte sind ständig in Hektik, haben keine Zeit, Dinge zu erklären, sind immer im Laufschritt. Freunde haben mir noch schlimmere Geschichten erzählt. Zum Beispiel, dass sie vors Bett pinkeln mussten, weil niemand auf die Notklingel kommen konnte. Das hat mit menschenwürdiger Pflege nichts mehr zu tun. Um das zu ändern, müssen die Beschäftigten entlastet und deutlich besser bezahlt werden. Deshalb stehe ich voll und ganz hinter den Streiks. Die Beschäftigten kämpfen nicht nur für sich, sondern auch für eine gute Versorgung.«

Foto von Benjamin Gampel privat Benjamin Gampel  – ist Krankenpfleger am Klinikum Augsburg und aktiv in der ver.di-Betriebsgruppe.

»Auch am Klinikum Augsburg stehen wir im Konflikt mit unserem Arbeitgeber um mehr Personal und Entlastung. Ich finde es unglaublich wichtig, dass so viele Klinikbelegschaften wie möglich in diese Auseinandersetzung gehen. Dadurch bekommt das eine noch größere Wirkung. In Bayern haben wir außerdem ein Volksbegehren für mehr Personal und eine bessere Gesundheitsversorgung gestartet. So erhöhen wir den Druck in Richtung Politik. Damit sich die Zustände in den Krankenhäusern endlich verbessern.«

Foto von Susanne Quast privat Susanne Quast  – ist Fachärztin für Anästhesie und Intensivmedizin und Betriebsratsvorsitzende am Sana Klinikum Düsseldorf.

»Die besten Ärzte nützen nichts, wenn die pflegerische Nachsorge nicht funktioniert, weil zu wenig Personal da ist. Deshalb finde ich es toll, dass die Kolleginnen und Kollegen an den Unikliniken Düsseldorf und Essen für Entlastung streiken. Der Pflegeberuf ist in den letzten 20 Jahren kaputt gespart worden. Das ist eine Folge des Systems der Fallpauschalen (DRG), das die Kliniken zu permanenter Rationalisierung zwingt. Gut, dass die Pflegekosten aus den DRG herausgenommen werden sollen. Das ist ein erster wichtiger Schritt.«

Portrait Carsten Becker ver.di Carsten Becker  – ist Sprecher der ver.di-Betriebsgruppe am Berliner Uniklinikum Charité.

»Wir haben in der Auseinandersetzung für mehr Personal und Entlastung an der Charité den Anfang gemacht, jetzt übernehmen die Kollegen in Düsseldorf und Essen den Staffelstab. Sie streiten nicht nur für sich, sondern für uns alle. Uns war von Beginn an klar: Wir bohren ein dickes Brett. Die Beschlüsse der Bundesregierung zeigen, dass unsere Druck wirkt. Wir haben einen langen Atem, aber wir haben keine Geduld mehr. Deshalb bleiben wir dran.«

Informiert eure Kolleginnen und Kollegen, macht Soli-Fotos mit dem Team, schreibt eine Solidaritätsbotschaft an die Streikenden, seid kreativ – zeigt eure Unterstützung!

Und schickt bitte alles an: jan.vonhagen@verdi.de

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Kontakt

  • Wolfgang Cremer

    Lan­des­fach­be­reichs­lei­ter Nord­rhein-West­fa­len

    0211 / 618 24-290

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