Klinikpersonal entlasten

Berlin-Brandenburg: "Ein Angebot zum solidarischen Handeln"

Tarifvertrag Entlastung

Berlin-Brandenburg: "Ein Angebot zum solidarischen Handeln"

Auftaktkonferenz am 01.11.2016 in Berlin

Der ver.di-Landesbezirk Berlin-Brandenburg startet durch: Am 1. November 2016 findet die Auftaktkonferenz zur bundesweiten Tarifbewegung "Tarifvertrag Entlastung" statt. Auf seiner Webseite schreibt der Bezirk: 

Arbeit darf nicht krank machen – die Beschäftigten im Krankenhaus müssen dringend entlastet werden. Das ist die Position von ver.di. Deshalb setzen wir uns auf allen Ebenen engagiert für eine gesetzliche Personalbemessung ein. Und deswegen fordern wir schon jetzt mehr Personal und mehr Gesundheitsschutz in Krankenhäusern. Mit einem Tarifvertrag »TV Entlastung« wollen wir das absichern.

Tarifvertrag Entlastung: Auftaktkonferenz ver.di Tarifvertrag Entlastung: Auftaktkonferenz  – am 01.11.2016 in Berlin

Unsere Position

Wir wollen nicht, dass unsere Arbeit für die Gesundheit der Menschen uns selbst krank macht. Und natürlich wollen wir auch nicht, dass unsere Patientinnen und Patienten kranker werden, weil wir zu wenige sind. Selbst der Deutsche Ethik-Rat spricht davon, dass es nötig sei, das »Patientenwohl als Maßstab im Krankenhaus zu verankern« und fordert einen Pflege-Personal-Schlüssel.

ver.di hatte im Sommer 2015 eine Stichprobe in den Krankenhäusern durchgeführt. Die Zahlen sprachen für sich: Bundesweit fehlen 162.000 Vollzeitstellen in Krankenhäusern, davon mindestens 70.000 im Pflege und Funktionsdienst. Diese Zahlen wurden weder von der Deutschen Krankenhausgesellschaft noch von anderen Institutionen oder der Politik hinterfragt. Man glaubt uns!

Auf den Druck, den ver.di mit Nachtdienstcheck, der 162.000-Aktion, der Petition an den Bundestag und mit vielen Aktionen 2014 2015 gemacht hat, reagierte die Bundesregierung mit dem Pflegestellenförderprogramm. Dieses Programm bringt aber nichts.

Im Schnitt kann ein Krankenhaus mit einer bis 3,5 zusätzlichen Stellen rechnen. Das ist absolut nicht ausreichend. Eher ein Tropfen auf den heißen Stein! Denn die Arbeitsbelastung wächst – immer weniger Menschen müssen immer mehr Fälle im Krankenhaus versorgen. Das wollen wir uns nicht länger gefallen lassen!

Ein Angebot zum solidarischen Handeln

Wir Beschäftigte in Krankenhäusern wollen diese Situation ändern. Gemeinsam mit unserer Gewerkschaft ver.di wollen wir tarifvertragliche Regelungen zur Entlastung durchsetzen – möglichst schon 2016.

Und es gibt schon gute Beispiele: Die Kolleginnen und Kollegen der Charité haben in diesem Jahr – nach langer Auseinandersetzung und schweren Verhandlungen – endlich einen Tarifvertrag für Gesundheitsschutz und mehr Personal im Krankenhaus durchgesetzt. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass sie aufgrund des Tarifvertrages mindestens 200 Vollzeitkräfte zusätzlich alleine in der Pflege einstellen müssen.

Bei Vivantes in Berlin gibt es seit einigen Monaten einen Kampagnenrat und viele »TarifberaterInnen« auf den Stationen und in anderen Arbeitsbereichen. Sie fordern jetzt, dass ver.di die Geschäftsführung so bald wie möglich zu Verhandlungen über einen »Tarifvertrag Entlastung und mehr Personal ins Krankenhaus« auffordert.

Wir wollen etwas erreichen.

Gemeinsam. In vielen Krankenhäusern - und zwar bundesweit. Dafür müssen wir uns jetzt gemeinsam auf den Weg machen.

Um welche Forderungen geht es uns?

  • Mehr Personal – heißt: Nachts soll keine/r mehr alleine auf Station oder in einem Arbeitsbereich arbeiten müssen; auf zwei Intensivpatienten soll mindestens eine examinierte Pflegekraft kommen; im Intermediate-Care-Bereich soll das Verhältnis höchstens 1:3 sein; es muss endlich verbindliche Mindestbesetzungsregelungen – auch für die stationäre Pflege – geben.

  • Verlässliche Arbeitszeiten – heißt: Pausen müssen auch genommen werden können – Erholungszeiten sind wichtig; Mehrarbeit und Überstunden müssen begrenzt werden

  • Belastungsausgleich – heißt: Zeitnah zur Belastung muss der entsprechende Ausgleich kommen, z.B. durch einen Ausschlaftag nach dem Bereitschaftsdienst

  • Konsequenzen – heißt: Verstöße gegen Schutzregelungen müssen für den Arbeitgeber zu Konsequenzen führen; es muss zeitnah gegengesteuert werden, damit Belastung gar nicht erst entsteht.

Wir wollen so rasch wie möglich eine spürbare Entlastung für die Beschäftigten in den Krankenhäusern erreichen!

Wie gelingt uns das?

Wir haben einen Plan. Nach den Sommerferien werden wir das Thema Entlastung in den Krankenhäusern – bei Betriebs- und Mitgliederversammlungen – zum Thema machen. Wir wollen den direkten Austausch mit den betrieblichen KollegInnen und wissen, wie die Lage konkret in den Berliner und Brandenburger Krankenhäusern aussieht.

Wenn wir die aktuelle Situation ändern wollen, brauchen wir Bewegung in den Betrieben. Dort, wo wir durchsetzungsfähig sind bzw. werden, werden wir die Geschäftsführungen so schnell wie möglich zu Tarifverhandlungen auffordern.

Klar ist schon jetzt, wir werden uns auf harte Verhandlungen einstellen müssen und nur dort, wo wir streiken können, sind Verhandlungen auf Augenhöhe und letztlich auch die Durchsetzung guter Standards möglich.

Du willst mehr wissen?

Am 1. November 2016 gibt es in Berlin eine Auftaktkonferenz für unsere Tarifbewegung »TV Entlastung Berlin-Brandenburg«. Dazu laden wir dich ein!

Auftaktkonferenz

am Dienstag, den 1. November 2016, 9.30 Uhr bis ca. 16.30 Uhr,

ver.di-Bundesverwaltung, Raum AIDA, Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin

In der Konferenz werden wir im Detail planen, in welchen Schritten wir vorgehen – und festhalten, was noch zu tun ist. Wir werden die zentralen Forderungen konkretisieren und besprechen, wie wir rasch viele Stations-/Teamdelegierte für den Prozess gewinnen. Ziel ist es, die Bewegung auf möglichst breite Beine zu stellen. Dazu gehört auch, die Patientinnen und Patienten bzw. die Bürgerinnen und Bürger einzubeziehen.

Wichtig:

Wir werden erst zu Tarifverhandlungen in Krankenhäusern auffordern, wenn wir ausreichend Stations- und Teamdelegierte gewonnen haben und Arbeitskampffähigkeit in mindestens 50% der Stationen und Bereiche erreicht ist.

Werde Stations- und Teamdelegierte in deinem Bereich!

Du möchtest Stations- oder Teamdelegierte werden und aktiv an der Vorbereitung von Tarifverhandlungen beteiligt sein? Du willst die Kontaktperson zwischen Tarifkommission und Deiner Abteilung sein? Du möchtest vermitteln, wie die Angebote zu bewerten sind und willst an der Vorbereitung von Arbeitskampfmaßnahmen beteiligt werden?

Interesse?

Wende dich an deine ver.di-Vertrauensleute bzw. die ver.di-Betriebsgruppe in deinem Krankenhaus oder melde dich bei deinen ver.di-Bezirk. Und vor allem, komm zur Auftaktkonferenz!

Kontakt

Zum ver.di Landesbezirk Berlin-Brandenburg

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