Klinikpersonal entlasten

Minister und Beschäftigte stimmen zu

Klinikpersonal entlasten

Minister und Beschäftigte stimmen zu

Pressemitteilung 15.11.2018. Klinikum Augsburg: Ja zu 100 neuen Stellen – Beschäftigte des Klinikum Augsburg stimmen mit 98 Prozent dem Verhandlungsergebnis zu. Entlastung muss jetzt in der Belegschaft ankommen. Ministerien geben grünes Licht für Vereinbarung

Am Klinikum Augsburg endete gestern (14. November 2018) die Urabstimmung über das Ergebnis der Verhandlungen zum Konflikt um einen Tarifvertrag Entlastung. Am Klinikum Augsburg waren die Mitglieder der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in den letzten zwei Wochen aufgerufen, über das Ergebnis abzustimmen, das ver.di und die Arbeitgeber vor ca. zwei Wochen erzielt hatten. Mit 98 Prozent wurde das Verhandlungsergebnis angenommen. Auch die zuständigen Ministerien in München (Finanzen und Wissenschaft) gaben gestern Abend »grünes« Licht für die Vereinbarung.

»Das Verhandlungsergebnis ist auf große Zustimmung gestoßen; es ist ein Meilenstein für die Entlastung von Beschäftigten in den bayerischen Krankenhäusern. Im Klinikum Augsburg haben wir 100 neue Stellen durchgesetzt, sowie deutliche Verbesserungen in der Ausbildungsqualität und eine Einführung einer Personalregelung die auf das Klinikum Augsburg zugeschnitten ist. Das ist ein Erfolg der ver.di Aktiven«, sagte Stefan Jagel, der zuständige Gewerkschaftssekretär bei ver.di Augsburg.

»Die Entlastung muss jetzt real bei den Kolleginnen und Kollegen ankommen. Der vereinbarte Weg zu einer Personalbemessung wird 18 Monate dauern, da braucht es noch einiges an Geduld. Es ist aber ein entscheidender Schritt für nachhaltig bessere Arbeitsbedingungen und dafür, dass niemand mehr durch ständige Überlastung krank wird«, sagte Constanze Mach, Vorsitzende des ver.di-Fachbereichs Gesundheit und Soziales im ver.di-Bezirk Augsburg und selbst Pflegekraft am Klinikum Augsburg.

»Die Umsetzung der Vereinbarung wird jetzt eine große Herausforderung«, so Mach weiter: »Der Vorstand des Klinikums und ver.di haben klare Regeln miteinander aufgestellt. Auf ihre strikte Einhaltung werden wir genau achten. Ich kann nur dringend an die Vorstände appellieren: Setzen Sie zügig und verlässlich um. Im Sinne der Beschäftigten und der Patientinnen und Patienten.«

Die Vorsitzende des Personalrates, Eva – Maria Nieberle, ist mehr als zufrieden mit dem Ergebnis: »Die Beschäftigten beim Klinikum Augsburg, der künftigen Uniklinik, brauchen dringend Entlastung. Gute Arbeitsbedingungen führen dazu, dass die Bewerberzahlen steigen und die Fluktuation sinkt. Im Sinne mehr von uns ist besser für alle, wird aus meiner Sicht die Zufriedenheit des Personals erhöht und ist für die regionale Patientenversorgung eine deutliche qualitative Verbesserung«, so Nieberle abschließend.

Am heutigen Donnerstag (15. November 2018) finden noch redaktionelle Gespräche zwischen ver.di und dem Vorstand des Klinikums statt. Mit der Annahme des Ergebnisses endet eine lange, teilweise zähe Auseinandersetzung zwischen ver.di und dem Vorstand des Klinikums. Im Herbst letzten Jahres führte ver.di auch die ersten Streiks durch. Eine große Herausforderung wird in den kommenden Wochen und Monaten die Umsetzung des Ergebnisses sein. Die Unterschrift unter die Vereinbarung ist für Ende dieses Monates vorgesehen.

Hintergrund:

Die Eckpunkte der Vereinbarung zwischen ver.di und dem Klinikum Augsburg sehen vor:

  • Innerhalb der nächsten 18 Monate wird eine Regelbesetzung auf allen bettenführenden Stationen und Funktionsabteilungen eingeführt.
  • Grundlage hierfür ist eine Personalbemessungsregelung die den Pflegeaufwand der einzelnen Patienten abbildet und auf das Klinikum Augsburg zugeschnitten ist.  
  • Bis zu diesem Zeitpunkt gibt es Übergangsbestimmungen für die Regelbesetzung auf den einzelnen Stationen und Arbeitsbereichen inkl. ein Besetzungsstandard für die Nachtschichten.
  • Aufbau von zusätzlichen 100 Vollkraftstellen im Pflegedienst im Jahr 2019 und 2020. Stichtag der Berechnungsgrundlage ist der 01. Juni 2018.
  • Einführung eines Konsequenzenmangements.
  • Einführung eines Belastungsausgleiches für das Pflegepersonal, der u.a. vorsieht, dass nach sieben Schichten, innerhalb eines Monats, die unterbesetzt gearbeitet wurde, ein Belastungsausgleich von einem Tag erfolgt. 
  • Verbesserung der Ausbildungsqualität:
    • Zusätzliche Stellen für die Anleitung von Auszubildenden.
    • Keine Anrechnung von Auszubildenden mehr auf den Stationen.
    • Ab Herbst 2019 können alle Auszubildenden bis zu fünf Tage selbstständig ihren Urlaub verplanen.
    • Das »Ausleihen« auf anderen Stationen während eines Einsatzes wird deutlich eingeschränkt.
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