Ausbildung

Klares Ausbildungsprofil für OTA/ATA

Klares Ausbildungsprofil für OTA/ATA

Die Ausbildung zur Anästhesie- und Operationstechnischen Assistent*in soll bundesweit geregelt werden. Das ist gut, doch im Referentenentwurf besteht Nachbesserungsbedarf.

Das Bundesgesundheitsministerium will die Ausbildung zur Anästhesie- und Operationstechnischen Assistent*in bundeseinheitlich regeln. ver.di begrüßt die Initiative, denn viel zu lange schon bestehen für diese Ausbildungen, mit Ausnahme weniger landesrechtlicher Regelungen, lediglich Empfehlungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft. ver.di setzt sich seit langem für eine staatliche Anerkennung ein. Doch am vorliegenden Entwurf sieht die Gewerkschaft Verbesserungs- und Konkretisierungsbedarf.

»Es besteht seit langem großer Handlungsbedarf«, heißt es in der ver.di-Stellungnahme zum Referentenentwurf. So fehle es aufgrund der ungeregelten Ausbildung bislang zum Beispiel an Weiterbildungsmöglichkeiten. Unerlässlich sei allerdings ein klar erkennbares Profil der Ausbildungen, die Formulierungen im Referentenentwurf seien noch sehr allgemein. »Die Ausbildungsziele sind in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung zu konkretisieren, es braucht ein eindeutiges Ausbildungsberufsbild«, betont die Gewerkschaft. Zudem plädiert sie dafür, dass die Ausbildungen breiter angelegt werden, »damit berufliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten bestehen, beispielsweise wenn eine Arbeit im OP aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich ist«.

Weitere Forderungen beziehen sich auf eine gute Praxisanleitung. Aufgrund der besonderen Anforderungen im OP sei es erforderlich, »dass die Auszubildenden mit einer Fachkraft aus dem jeweiligen Beruf, die berufspädagogisch qualifiziert ist, direkt zusammenarbeiten«. Nachbesserungsbedarf bestehe auch bei der Qualifikation der Lehrkräfte, die über eine dreijährige Ausbildung im betreffenden Beruf sowie über einen pädagogischen, wissenschaftlichen Hochschulabschluss verfügen sollten. Alle hauptberuflichen Lehr- und Leitungskräfte müssten Vertrauensschutz genießen.

Ein zentrales Anliegen der Gewerkschaft ist es, dass der Betrieb als Ausbildungsträger fungiert und stets den Ausbildungsvertrag abschließt. »Nur bei einer ausbildungsvertraglich abgesicherten betrieblichen Anbindung können Auszubildende individuell und durch die gesetzlichen Interessenvertretungen wirksam auf das Ausbildungsverhältnis und betriebliche Abläufe Einfluss nehmen«, heißt es in der Stellungnahme. Die betriebliche Mitbestimmung müsse auch für angehende OTA und ATA gesichert werden, dafür seien entsprechende Klarstellungen im Referentenentwurf nötig.

Mit Blick auf die Finanzierung der Ausbildung spricht sich ver.di für eine grundsätzliche Weiterentwicklung aus. Die Finanzierung solle sich an das duale System annähern, indem die Kosten der schulischen Ausbildung von den Ländern, die der betrieblichen Ausbildung von den Krankenkassen getragen werden. Ein Ausgleichsfonds, in den auch die Kostenträger der nicht-ausbildenden Betriebe einzahlen, könne für eine gerechte Finanzierung sorgen. Wichtig sei, dass die tatsächlichen Ausbildungskosten erstattet werden.

Grundsätzlich seien in den Heilberufen einheitliche Qualitätsstandards und Strukturen der Ausbildungen nötig. Am besten lässt sich dies nach Ansicht von ver.di durch eine Regelung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) regeln. Zumindest aber brauche es ein gemeinsames Heilberufegesetz, »das insbesondere einheitliche Vorgaben zur Formulierung der Ausbildungsziele, zur Qualität der theoretischen und praktischen Ausbildung, zur Qualifikation der Lehrenden und zur Finanzierung der Ausbildung vorsieht«. Unter einem solchen »gemeinsamen Dach« könnten spezielle Regelungen für die einzelnen Heilberufe festgeschrieben werden. Dadurch könne eine einheitliche Rechtsgrundlage geschaffen werden, die rechtliche Sicherheit gebe und die Anpassung an neuere, auch europäische Regelungen erleichtere. ver.di betont: »Die angekündigte Neuordnung der Gesundheitsberufe bietet die Chance für eine grundlegende Weichenstellung, die erheblich zur Attraktivität der Ausbildungen in den Heilberufen beitragen könnte.«

 

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