Ausbildung

Stationshopping? Lieber nicht

Rund um die Ausbildung

Stationshopping? Lieber nicht

Der in den letzten Jahren vor allem im Pflegedienst vorgenommene Stellenabbau hat zu einer sehr dünnen Personaldecke geführt. Wenn jemand ausfällt werden immer wieder Auszubildende kurzfristig als Lückenbüßer eingesetzt. Dies ist nicht zulässig. Nach § 10 Abs. 1 Krankenpflegegesetz (KrPflG) hat die Ausbildung planmäßig zu erfolgen. Diese Vorschrift einer planmäßigen, sachlich und zeitlich gegliederten Ausbildung orientiert sich an der entsprechenden Vorgabe des Berufsbildungsgesetzes (§ 14 BBiG). Der Ausbildungsträger ist verpflichtet, die Ausbildung so zu organisieren, dass das in § 3 KrPflG definierte Ausbildungsziel in der vorgesehenen Ausbildungszeit erreicht werden kann[1]. Ziel ist es dabei, dass der/die Auszubildende die Abschlussprüfung erfolgreich absolviert.

Um die Ausbildung nicht dem Zufall oder den betrieblichen Arbeitserfordernissen zu überlassen, ist sie planmäßig durchzuführen. Für die praktische Ausbildung ist ein lehrgangsbezogener Ausbildungsplan zu erstellen, an dem sich die individuellen Ausbildungspläne der einzelnen Auszubildenden orientieren. Von diesem Plan darf nicht ohne Not abgewichen werden. Die Erreichung des Ausbildungsziels hat dabei Vorrang vor anderen Erwägungen.

Die Überbrückung von Personalengpässen dient i.d.R. nicht dem Ausbildungsziel. Auch eine unmäßige, fast ausschließliche Beschäftigung von Auszubildenden mit pflegerischen Routinearbeiten dient nicht der Erreichung des Ausbildungsziels, das wesentlich weiter gefasst ist. Bestehen Auszubildende ihre Abschlussprüfung nachweislich deshalb nicht, weil wesentliche Ausbildungsinhalte nicht vermittelt wurden, so kann der Ausbildungsträger schadensersatzpflichtig werden (Arbeitsgericht Duisburg Urteil vom 11.11.1976, 1 Ca 955/76; OLG Karlsruhe, Beschluss vom 5.09.1988, 1 Ss 134/88; Arbeitsgericht Bremerhaven Urteil vom 31.01.1991, 1 Ca 708/89).

[1] Gleichlautende Vorschriften gibt es im Altenpflegegesetz (§ 15 Abs. 1 AltPflG), im Hebammengesetz (§ 13 Abs. 1 HebG) und im Notfallsanitätergesetz (§ 13 Abs. 1 NotSanG).

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