Ausbildung

Regeln für OTA und ATA

Ausbildung

Regeln für OTA und ATA

Die Ausbildungen zur Anästhesie- und Operations-Technischen Assistent*in (ATA und OTA) sollen bundesweit einheitlich geregelt werden. ver.di hat dazu eine Stellungnahme abgegeben und begrüßt das, sieht aber deutlichen Nachbesserungsbedarf am Gesetzentwurf, der im Herbst im Bundestag beraten werden soll. Denn es fehlt die Festlegung, dass ausschließlich das Krankenhaus – der Betrieb – Ausbildungsträger ist. Nur dann können Auszubildende nämlich auf ihre Ausbildungsbedingungen Einfluss nehmen, indem sie sich in der betrieblichen Interessenvertretung engagieren. Neben Mitbestimmungsrechten sichern Ausbildungsverträge mit den Krankenhäusern auch die Einbeziehung der Auszubildenden in die Tarifverträge. Auch in anderen Punkten sieht ver.di Nachbesserungsbedarf – zum Beispiel bei der Praxisanleitung, der Qualifikation der Lehrkräfte und der Schärfung des Berufsbildes.

Hier erklären angehende Anästhesie- und Operationstechnischen Assistent*innen, was sie über das Thema denken.

Neele Philipp (20) macht eine Ausbildung zur Anästhesie-Technischen Assistentin (ATA) in Wismar. privat Neele

»Die Ausbildungen zur Anästhesie- und Operationstechnischen Assistenz zu vereinheitlichen, ist absolut sinnvoll. Denn im Moment sind die Standards sehr unterschiedlich. Das macht es schwerer, in eine andere Klinik oder ins Ausland zu wechseln. Wichtig ist, dass die Anbindung an den Betrieb festgeschrieben wird. Denn so haben wir Mitspracherechte, können uns in der Jugend- und Auszubildendenvertretung engagieren und uns mit den Auszubildenden anderer Berufe vernetzen. Das hilft allen.«

Neele P. (20) macht eine Ausbildung zur Anästhesie-Technischen Assistentin (ATA) in Wismar.

Sania Zabirova (20) macht eine Ausbilduung zur Operations-Technischen Assistentin (OTA) in München. privat Sania

»Am OP-Tisch geht es um Leben und Tod. Und jede OP ist anders. Deshalb ist die praktische Anleitung durch qualifizierte Fachkräfte so wichtig. Sonst fühlt man sich schnell überfordert. Ich meine: Wir sollten dieselben Rechte haben wie andere Auszubildende. Dazu gehört die Möglichkeit, unsere Interessen mit und in der JAV zu vertreten. Wenn unser Beruf endlich staatlich anerkannt ist, steigt hoffentlich auch das Selbstbewusstsein. Wir machen schließlich wichtige Arbeit. Das sollte anerkannt werden.«

 Sania Z. (20) macht eine Ausbildung zur Operations-Technischen Assistentin (OTA) in München.

Oskar Graap (26) macht eine Ausbildung zum Anästhesie-Technischen Assistenten (ATA) in Rostock. privat Oskar

»Was ich im neuen Gesetz richtig gut finde, ist die Kostenfreiheit der Ausbildungsmittel. Bislang müssen wir am Anfang der Ausbildung zwischen 300 und 700 Euro für Bücher ausgeben. Sinnlos und ungerecht finde ich die längere Probezeit und die Fehlzeitenregelung. Ganz wichtig ist die Anbindung an den Betrieb und damit an die Tarifverträge. Zum Beispiel in Kiel ist das nicht der Fall, weshalb die Vergütung dort nicht einmal halb so hoch ist wie bei uns. Ich finde: Als Auszubildender muss man unabhängig von den Eltern leben können.«

Oskar G. (26) macht eine Ausbildung zum Anästhesie-Technischen Assistenten (ATA) in Rostock.

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