Ausbildung

Duales Studium zur Hebamme

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Duales Studium zur Hebamme

Reform der Hebammenausbildung: Referentenentwurf der Studien- und Prüfungsverordnung

Das Bundesministerium für Gesundheit hat Ende August 2019 den Referentenentwurf der Studien- und Prüfungsverordnung für Hebammen vorgelegt. Die Studien- und Prüfungsverordnung regelt die weitere Ausgestaltung des dualen Studiums für Hebammen. ver.di hat zum Entwurf Stellung genommen.

Die Entscheidung, das Studium als ein duales Studium auszugestalten, hält ver.di ausdrücklich für richtig, da dies mit einer ausbildungsrechtlichen und sozialen Absicherung der Studierenden einhergeht. Insbesondere der Anspruch der Studierenden auf eine angemessene monatliche Vergütung steigert die Attraktivität des Studiums und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Fachkräftesicherung.

Entscheidend ist, dass das duale Studium attraktiv und qualitativ gut ausgestaltet wird. Dazu gehören verlässliche, klar geregelte Kooperationsbeziehungen zwischen den Vertragspartnern. Die berufspraktischen Einsätze und die theoretischen und praktischen Lehrveranstaltungen müssen inhaltlich und zeitlich eng miteinander verzahnt und aufeinander abgestimmt erfolgen. Ein wichtiges Instrument dafür sind die Kooperationsvereinbarungen, die – wie in der Stellungnahme zum Hebammenreformgesetz ausgeführt – zwischen der verantwortlichen Praxiseinrichtung und der Hochschule geschlossen werden müssen. Auch sind der Praxisplan für den berufspraktischen Teil und das Curriculum der Hochschule in einem wechselseitigen Prozess aufeinander abzustimmen. Der Umfang des berufspraktischen Teils muss überwiegen.

Für eine qualitativ hochwertige berufspraktische Ausbildung ist eine gute Praxisanleitung wesentlich. Es ist daher wichtig, dass die Praxisanleitung nachhaltig gestärkt wird. In dieser Frage sieht ver.di grundsätzlichen Nachbesserungsbedarf. Klarzustellen ist, dass es sich bei der einheitlichen Mindestvorgabe zum Umfang um eine geplante und strukturierte Praxisanleitung handelt, die auf der Grundlage des vereinbarten Praxisplans stattfindet. Entsprechend der vorgesehenen Definition von Praxisanleitung ist die Anleitung von Studierenden eine ständige Aufgabe, die in alltäglichen Lernsituationen durch ständige Anwesenheit einer angemessenen Zahl qualifizierten Fachpersonals sicherzustellen ist.

Auch kommt der Qualifikation von Praxisanleiterinnen und Praxisanleitern eine hohe Bedeutung zu. Dafür ist insbesondere die berufspädagogische Zusatzqualifikation zu stärken, die vergleichbar mit anderen geregelten Weiterbildungsabschlüssen sein sollte. Ausdrücklich nicht erforderlich ist dagegen, dass Hebammen, die über eine Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung nach § 1 Absatz 1 des Hebammengesetzes in der bis zum 31. Dezember 2021 geltenden Fassung verfügen, nach einem zehnjährigen Übergangszeitraum zusätzlich einen akademischen Grad aufweisen müssen.

 Da erstmalig Qualifikationsanforderungen an die praxisanleitende Person normiert werden, müssen alle Anstrengungen unternommen werden, damit eine zügige Qualifizierung von Praxisanleiterinnen und Praxisanleitern erfolgt. Dafür muss die Finanzierung der Kosten der Praxisanleitung – einschließlich der Kosten der Qualifikation von Praxisanleiter/innen – vollständig gesichert sein. In dieser Frage verweist ver.di erneut auf die Notwendigkeit, eine entsprechende Klarstellung im Krankenhausfinanzierungsgesetz vorzunehmen.

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