Ausbildung

Ausbildungen attraktiver gestalten

Gesundheitsfachberufe

Ausbildungen attraktiver gestalten

Im Rahmen des Konsultationsverfahrens zur Vorbereitung eines späteren Referentenentwurfs über die Berufe in der Physiotherapie hat das Bundesministerium für Gesundheit einen Fragebogen zur Zukunft der Ausbildungen in der Physiotherapie entwickelt, der am 11. Mai 2021 vorgelegt wurde. ver.di begrüßt, dass die Reform der Ausbildungen auf der politischen Agenda steht und nimmt Stellung zum Konsultationsverfahren.

Die Auszubildenden von heute sind die Fachkräfte von morgen. Deshalb gilt es, die Ausbildungen in der Physiotherapie attraktiv zu gestalten. Dafür müssen die Ausbildungen an veränderte Anforderungen angepasst und die Bedingungen verbessert werden. ver.di setzt sich seit langem für eine Neuordnung und Stärkung der Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen ein.

Damit die Gesundheitsberufe nachhaltig gestärkt werden, müssen allerdings die Strukturen und Qualitätsstandards der Ausbildungen in den Heilberufen stärker harmonisiert und die inhaltliche Ausgestaltung der Ausbildungen weiterentwickelt werden. Das „Gesamtkonzept Gesundheitsfachberufe“ eröffnet die Möglichkeit, diese längst überfällige Harmonisierung der Ausbildungen in den Heilberufen vorzunehmen. Gerade für die therapeutischen Berufe empfiehlt sich ein einheitlicher rechtlicher Rahmen und damit zumindest der Einstieg in ein „gemeinsames Dach“ aller Heilberufe. Die großen Schnittstellen in den Aufgabenbereichen der Therapeut*innen und die stark ausgeprägte interdisziplinäre Arbeit zwischen den Berufsgruppen erfordern eine gemeinsame gesetzliche Grundlage.

In den Gesundheitsberufen ist der Erwerb berufsfachlicher Kompetenzen im Rahmen der Gesundheitsversorgung unerlässlich. Deshalb sind die Strukturen so weiterzuentwickeln, dass die praktische Ausbildung gestärkt wird und Theorie und Praxis gut miteinander verzahnt werden. Im Rahmen der Reform fordert ver.di, einen besonderen Fokus auf die Stärkung der Ausbildungsqualität zu legen. Neben der Kostenfreiheit der Ausbildung und dem Anspruch auf eine angemessene Ausbildungsvergütung sind bundeseinheitliche Vorgaben unverzichtbar, um die Qualität der theoretischen und praktischen Ausbildung zu stärken. Dazu gehören insbesondere Regelungen zum Mindestumfang der Praxisanleitung und Praxisbegleitung sowie zur Qualifikation der Lehrkräfte. Die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Ausbildung ist unbedingt zu gewährleisten.

Bildung und Gesundheitsversorgung sind zusammen zu denken. Dafür ist eine Berufsbildungsforschung zu etablieren, die die notwendigen Erkenntnisse generiert, um die Weiterentwicklung der Berufsausbildungen und Weiterbildungen zu unterstützen. Die Heilberufe sind daher in die von den Sozialpartnern mit verantwortete Berufsbildungsforschung beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) systematisch einzubeziehen.

Die vollständige Stellungnahme von ver.di steht hier zum Download bereit.

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