SRH

Warnstreiks bei SRH

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Warnstreiks bei SRH

In dieser Woche sind die Kolleg*innen in mehreren SRH-Kliniken zu ganztägigen Warnstreiks aufgerufen. Den Auftakt am 8. April machten die Beschäftigten im thüringischen Suhl.

Gesundheit Soziale Dienste Wohlfahrt und Kirchen (ver.di), SRH, Reha, Rehabilitation, Monika Bartölke Beschäftigte des SRH-Klinikums Suhl im Warnstreik

Auch nach drei Verhandlungsrunden verweigern die SRH-Kliniken ihren Beschäftigten angemessene Lohnerhöhungen. Diese geben darauf jetzt die entsprechende Antwort – mit Warnstreiks. So haben im SRH-Klinikum Suhl am Montag mehr als 200 Beschäftigte von 6 bis 16 Uhr die Arbeit niedergelegt. Am Mittwoch folgen ihnen die Kolleg*innen in Baden-Württemberg in den SRH-Kliniken in Bad Saulgau und Pfullendorf sowie am Donnerstag die Kolleg*innen der SRH-Klinik in Sigmaringen.

»Das Gehalt muss deutlich angehoben werden«, stellt eine Stationssekretärin und ehemalige Pflegekraft aus dem SRH-Klinikum Heidelberg klar. »Der Gehaltsunterschied zum hiesigen Uniklinikum ist sehr groß. Ich möchte zeigen, dass unsere Arbeit mehr gewürdigt und entsprechend entlohnt werden muss. Dafür müssen wir auf die Straße gehen.« Am Donnerstag werden die Streikenden mit einer Kundgebung am Verhandlungsort in Heidelberg für ein gutes Tarifergebnis Flagge zeigen. Die Kundgebung bildet den Höhepunkt der Arbeitskampfaktionen. Dort kommen die Streikenden aus den vier SRH-Kliniken Heidelberg, Oberndorf, Bad Wimpfen und Karlsbad-Langensteinbach vor dem Sitz der SRH Holding zusammen, hier findet zeitgleich die vierte Verhandlungsrunde statt.

Hintergrund der Warnstreiks ist, dass der Arbeitgeber auch nach drei Verhandlungsrunden nur unzureichende Angebote vorgelegt hat. Die SRH-Beschäftigten verdienen je nach Berufsgruppe bis zu 400 Euro monatlich weniger als ihre Kolleg*innen in kommunalen Kliniken, die nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) bezahlt werden. »Laut Arbeitgebervorstellungen würde der Abstand zum Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes noch weiter vergrößert«, kritisiert ver.di-Verhandlungsführer Sven Bergelin.Der SRH-Tarifvertrag liege noch unter dem Niveau der Tarifverträge anderer privater Klinikkonzerne und auch unter dem Gehaltsniveau kirchlicher Einrichtungen.

ver.di fordert im Wesentlichen eine Entgeltsteigerung von 5,8 Prozent ab dem 1. Januar 2019, mindestens jedoch 150 Euro monatlich sowie eine Verbesserung verschiedener Zulagen. Die Ausbildungsentgelte sollen auf das Niveau des TVöD angehoben werden. Auch die Angleichung der Arbeitszeit in Ostdeutschland ist Thema: In Thüringen gilt auch fast 30 Jahre nach der staatlichen Einheit immer noch die 40-Stunden-Woche. ver.di fordert, dass sie wie ihre Kolleg*innen im Westen künftig 38,5 Stunden pro Woche arbeiten.

Das bisherige Arbeitgeberangebot bleibt hinter diesen Forderungen weit zurück. Die SRH-Spitze bietet Entgeltsteigerungen von drei Prozent, keinen Mindestbetrag und eine Arbeitszeitverkürzung um 30 Minuten im Osten. Diese soll dann allerdings für drei Jahre festgeschrieben werden.

  • Erfolgreiche Streiks: Verhandlungsergebnis am 11. April 2019 erreicht!

    Begleitet von Warnstreiks in den SRH-Kliniken von über 1.000 Kolleg*innen wurden die Tarifverhandlungen am 11. April 2019 in der vierten Verhandlungsrunde fortgesetzt. Rückhalt gab es für die Verhandelnden dabei auch von den über 400 Streikenden, die am Verhandlungsort, vor der SRH-Konzernzentrale in Heidelberg protestierten. Das hat sich gelohnt: Nach fast 12 Stunden Verhandlungen ein Verhandlungsergebnis erzielt werden, das hier im Einzelnen im vorgestellt wird.

    Jetzt sollen die ver.di Mitglieder über dieses Verhandlungsergebnis abstimmen. In den nächsten Wochen folgen die Einladungen zu Mitgliederversammlungen. Die Tarifkommission hat das Ergebnis einstimmig akzeptiert und empfiehlt den Mitgliedern die Annahme.