Sana

Verblüffende Erkenntnis

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Verblüffende Erkenntnis

700 unbesetzte Stellen und kein Fachkräftemangel?

Verblüffende Erkenntnis beim Verhandlungsauftakt

Am 19. März 2019 haben in Berlin die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Sana-Kliniken im Konzerntarifvertrag begonnen. Der Entgelttarifvertrag insgesamt, die Ausbildungsentgelte sowie einige Arbeitszeitregelungen im Manteltarifvertrag wurden zum 28. Februar 2019 gekündigt.

Die Arbeitgeber haben uns kein Angebot vorgelegt, aber schon mal heftig dafür geworben, dass es nur einen mageren Tarifabschluss geben kann. Sie haben sich viel Mühe gemacht, ihre »wirtschaftliche Bedrohung« durch gesetzliche Neuregelungen darzulegen. In der Tarifrunde 2017 war es der 2015 eingeführte Fixkostendegressionsabschlag, der Sana in den Ruin führt, jetzt ist es das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG).

In den vergangenen Jahren hat ver.di politisch, betrieblich und tariflich viel Druck gemacht, dass sich die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessern. Wir haben viel erreicht. Insbesondere, dass nachgewiesene Tarifsteigerungen für die Pflege ab 2018 vollständig refinanziert werden und ab 2020 aus den Fallpauschalen (DRGs) herausgerechnet werden (siehe https://tinyurl.com/PpSG-BMG-2019), ist ein großer Teilerfolg.

Private Gesellschaften und Konzerne im Gesundheitswesen sollen nicht mehr – wie bisher üblich – auf Kosten von Löhnen und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten Gewinne erwirtschaften. In einem ersten Schritt wird das für die Pflegekräfte erreicht. Genau das sieht Sana jedoch kritisch, wir nicht. Die verbesserten gesetzlichen Möglichkeiten müssen nun genutzt werden. Ein erster konsequenter Schritt, um dem Pflegenotstand zu begegnen.

Und die Antwort der Arbeitgeber?

»Es gibt bei Sana keinen Fachkräftemangel«, schließlich könne man Stellen besetzen. Der Sana-Konzerntarifvertrag sei daher auch für neue Beschäftigte attraktiv. Dagegen sprechen über 700 nicht besetzte Stellen allein bei Sana. Der Wettbewerb oder Abwerbe-Wettbewerb um Fachkräfte ist in vollem Gange. Nicht umsonst schaltet Sana teure Werbekampagnen oder zahlt Prämien zur Gewinnung von Fachkräften.

Die Tarifverhandlungen werden am 10. April 2019 in Berlin fortgesetzt.

Unsere Forderungen für gute Arbeitsbedingungen

  • Steigerung der Entgelttabellen und Zulagen ab dem 1. März 2019 um 7%, mindestens jedoch um 200 Euro monatlich, bei einer Laufzeit von 12 Monaten.
  • Wir fordern die Anhebung der Ausbildungsentgelte auf das Niveau des Tarifvertrages des öffentlichen Dienstes (je nach Ausbildungsjahr um 14 bis 16%).
  • Wir fordern die Anhebung der garantierten Zahlung der Ergebnisabhängigen Vergütung auf 75% einer durchschnittlichen Monatsvergütung.
  • Wir fordern die Angleichung der Arbeitszeit Ost an West durch Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 38,5 Stunden in den neuen Bundesländern.
  • Wir fordern die Anwendung einheitlicher Entgelttabellen und die Zahlung der Ergebnisabhängigen Vergütung (EAV) auch in den Rehakliniken.
  • Wir fordern eine ver.di-Vorteilsregelung – auch für Auszubildende – von drei freien Tagen pro Jahr.

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