Sana

Alle werden gebraucht

Sana DGS pro.service GmbH

Alle werden gebraucht

Sozialplanverhandlungen Sana DGS pro.service GmbH


Der Sana-Konzern hält mitten in der Pandemie an der Entlassung von über 1.000 Servicebeschäftigten fest. Von sozialer Verantwortung gegenüber den zum Teil langjährigen Kolleginnen und Kollegen der Sana DGS pro.service GmbH ist weiterhin nichts zu spüren. Bei den Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan am 23. Juni 2021 gab es statt verhandelbarer Angebote nur Andeutungen und Drohungen. Die betroffenen Beschäftigten und ihre Familien werden weiter im Unklaren gelassen – ein Unding.
 

Kundgebung in Stuttgart ver.di Kundgebung in Stuttgart

Der Gesamtbetriebsrat, der bei den Verhandlungen von ver.di unterstützt wird, hat einen Sozialplanentwurf vorgelegt. Dieser soll die sozialen Folgen für die Betroffenen so weit wie möglich abfedern. Das Unternehmen hat den Vorschlag als »zu teuer« zurückgewiesen. Stattdessen hat es ein eigenes »Angebot« unterbreitet, das diesen Namen nicht verdient. Es beinhaltet keine Transfergesellschaft und sieht nur minimale Abfindungen vor. Das ist völlig inakzeptabel.

Nasenprinzip statt kollektive Absicherung

Wir bleiben dabei: Die von Entlassung bedrohten Kolleg*innen werden in den Sana-Kliniken gebraucht! Kein Krankenhaus funktioniert ohne Hol- und Bringedienst, Lager, Patienteninformation, Archiv, Wäscheversorgung und Stationsassistenz. Es ist völlig klar, dass Sana in diesen Bereichen auch künftig Menschen beschäftigen wird. Die Frage ist nur: zu welchen Bedingungen?

In den Verhandlungen deutete das Unternehmen an, einem Teil der Betroffenen einen neuen Arbeitsplatz im Konzern anbieten zu wollen, in bestehenden oder neuen Tochterunternehmen. Die Kolleginnen und Kollegen sollen aber nicht per Betriebsübergang zum neuen Arbeitgeber wechseln, sondern sich einzeln bewerben müssen – Nasenprinzip statt kollektive Absicherung.

Zudem hält es Sana für »zumutbar«, Beschäftigte auf 80 Prozent ihres bisherigen Lohns zu drücken. Auch Standortwechsel mit einer einfachen Distanz von bis zu 70 Kilometern sollen ihnen zugemutet werden können. Nicht zusagen wollte die Arbeitgeberseite, dass neue Konzerngesellschaften an den Tarifvertrag gebunden sind.

Das alles ergibt ein klares Bild: Der Konzern will bei denjenigen die Kosten drücken, die schon jetzt wenig verdienen. Dies in einem Unternehmen, das sich aus Sozialbeiträgen und Steuermitteln finanziert und der Gesundheit der Menschen dienen soll – das passt nicht zusammen?

Klinikbeschäftigte solidarisch

Unterstützung erhalten die Beschäftigten der Servicegesellschaft von ihren Kolleginnen und Kollegen des Mutterunternehmens. Mehr als 5.000 Beschäftigte der Sana-Kliniken haben in einer Petition die Rücknahme der Kündigungspläne gefordert. Auch in Gesellschaft und Politik hat das Vorgehen der Sana-Spitze für Empörung gesorgt. ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler hat das Thema in der Debatte mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Rande der Gesundheitsministerkonferenz am 16. Juni angesprochen und klargemacht: Ein solches Verhalten hat im Gesundheitswesen und auch anderswo nichts zu suchen. In Krankenhäusern darf es nicht um die Maximierung von Profiten gehen, die Menschen müssen im Mittelpunkt stehen!

Hände weg vom Kugelschreiber ver.di Hände weg vom Kugelschreiber

Hände weg vom Kugelschreiber!

Betroffene Kolleginnen und Kollegen sollten keinesfalls etwas unterschreiben, ohne sich zuvor durch die Betriebsräte oder ver.di beraten zu lassen. Beschäftigte ohne Betriebsrat sollten jetzt schnell eine Interessenvertretung wählen, damit der Sozialplan auch in ihrem Betrieb zur Anwendung kommt. ver.di-Mitglieder erhalten im Bedarfsfall Rechtsschutz von ihrer Gewerkschaft. Gerade in einer solchen Situation braucht es eine starke Gemeinschaft, die hinter einem steht. Bist du schon dabei?

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