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Sana will Beschäftigte billig loswerden

Sana will Beschäftigte billig loswerden

Sozialplanverhandlungen Sana DGS pro.service GmbH:

Fehlende Informationen, mangelnde Verantwortung

Der Sana-Konzern hält an seinen Plänen zur Entlassung von über 1.000 Beschäftigten der Sana DGS pro.service GmbH fest – und will die Betroffenen noch dazu offenbar möglichst billig loswerden. Diesen Eindruck erweckten die Arbeitgebervertreter zum Auftakt der Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan am 11. Juni 2021.

Die Verhandlungen werden mit Unterstützung durch ver.di vom Gesamtbetriebsrat geführt. Dieser hat einen Entwurf für einen Sozialplan vorgelegt, der die Nachteile für die Betroffenen so weit wie möglich abfedern soll. »Zu teuer«, hieß es dazu von Unternehmensseite. Soziale Verantwortung? Erneut Fehlanzeige!

Stattdessen versuchte das Management, Zeitdruck aufzubauen und gleich zu Beginn der Verhandlungen den Gang in die Einigungsstelle vorzubereiten. Die Kolleginnen und Kollegen, die von Kündigung bedroht sind, dürfen ernsthafte Verhandlungsbereitschaft erwarten! Die Verhandlungen werden am 23. Juni fortgesetzt.

Sana ver.di Sana

Beschäftigte werden gebraucht

Weiterhin sehen wir überhaupt keine Rechtfertigung dafür, mitten in der Pandemie Beschäftigte zu entlassen, die für das Funktionieren der Krankenhäuser unentbehrlich sind. Immer noch gibt es keinerlei Informationen darüber, ob und wie den Betroffenen eine Perspektive zur Weiterbeschäftigung angeboten wird. Ebenfalls völlig unklar ist, wer die Aufgaben beim Hol- und Bringedienst, im Lager, an der Patienteninformation, im Archiv, in der Wäscheversorgung und auf den Stationen künftig übernehmen soll.

Von wegen, die Pflege hat nichts zu befürchten!

Bereits jetzt verlassen Kolleginnen und Kollegen aus den betroffenen Bereichen das Unternehmen – weil ihre befristeten Verträge nicht verlängert werden oder weil sie sich angesichts der Abbaupläne eine andere Stelle suchen. Wer macht dann eigentlich ihre Arbeit? Offensichtlich setzt der Arbeitgeber auf die verbliebenen Beschäftigten bei der DGS und in den Kliniken. Von Beschäftigten, die jeden Tag mit ihrer Kündigung rechnen müssen, einen übermäßigen Einsatz zu erwarten – und das noch dazu bei sehr niedriger Bezahlung – ist schon unverfroren.

Und hatte der Vorstand nicht versprochen, dass die Pflege ganz sicher nicht zusätzlich belastet werde? Das gilt offenbar nicht mehr. Fälle sind bereits bekannt, bei denen Pflegepersonen die Arbeit ausgeschiedener DGS-Kolleg*innen in der Stationsassistenz oder im Patiententransport übernehmen sollen. Das ist nicht tragbar. Die Pflegekräfte sind schon jetzt am Limit, sie können und wollen beim Arbeitsplatzabbau nicht behilflich sein.

Übernehmen statt entlassen

Alle Kolleginnen und Kollegen der Sana DGS pro.service GmbH werden gebraucht. Wir fordern das Unternehmen auf, sie in die Sana-Kliniken zu übernehmen und mit ihnen eine qualitativ hochwertige Versorgung aufrecht zu erhalten. Sollten Entlassungen unvermeidlich sein, müssen diese durch einen guten Sozialplan abgefedert werden.

Auch Reinigungskräfte könnten entgegen anderslautender vorheriger Aussagen von den Entlassungen betroffen sein. Diese Unsicherheit ist für die Betroffenen unerträglich. Sana muss endlich alle Karten auf den Tisch legen und konkret über seine Pläne informieren.

Hände weg vom Kugelschreiber!

Allen Kolleginnen und Kollegen raten wir, nichts ohne vorherige Beratung durch die Betriebsräte oder ver.di zu unterschreiben. Beschäftigte ohne Betriebsrat sollten jetzt schnell eine Interessenvertretung wählen, damit der Sozialplan auch in ihrem Betrieb zur Anwendung kommt. ver.di-Mitglieder erhalten im Bedarfsfall Rechtsschutz von ihrer Gewerkschaft. Gerade jetzt ist es sinnvoll, eine starke Gemeinschaft im Rücken zu haben. Bist du schon dabei?

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