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Setzt Falck den Blinker zum Einholen?

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Setzt Falck den Blinker zum Einholen?

2011 haben wir einen Tarifvertrag mit der promedica Rettungsdienste GmbH erstritten. 2013 ist promedica der Falck Unternehmensgruppe beigetreten. Deshalb ist auch Falck in der Verantwortung und äußert sich überraschend zu einem neuen Angebot - nicht gegenüber der Verhandlungspartnerin ver.di, sondern in einem Informationsblatt an die Beschäftigten.

 Die Fakten:

  • Die Entgelttabellen des Bundestarifvertrages promedica sind gekündigt.
  • Der Arbeitgeber wurde aufgefordert, die Tabellenentgelte der Beschäftigten ab dem 1. Januar 2020, mindestens auf das Niveau der Entgelttabellen des öffentlichen   Dienstes (TVöD) - Stand 1. März 2020 - anzuheben. Die Laufzeit der Entgelttabellen soll 12 Monate betragen.
  • In zwei Verhandlungsterminen konnte keine Einigung erzielt werden. Es wurde vom Arbeitgeber sogar eine Erhöhung der Wochenhöchstarbeitszeit gefordert. Sie lehnten weitere Verhandlungen ab, wenn wir die Forderung nicht deutlich nach unten korrigieren.
  • Wir haben zu weiteren Verhandlungen aufgefordert, die Arbeitgeber sollen ein Angebot vorlegen, welches keine Arbeitszeitverlängerung beinhaltet.
  • Wir sind bereit über den Zeitpunkt der Umsetzung und die Laufzeit, der von uns vorgelegten Tabelle zu reden. Alternativ wäre die Eskalation der Situation und die Durchsetzung der Forderung mit den, den Beschäftigten zur Verfügung stehenden Mitteln.
  • Die Beschätigten haben in einer beeindruckenden Kundgebung ihre Forderung verdeutlicht.

 Klarstellungen zu der Arbeitgeberinfo an die Beschäftigten „Tarifverhandlungen: Update#2":

  • Basis von Tarifverhandlungen ist das Tarifvertragsgesetz. Verhandlungspartner sind Arbeitgeber und Gewerkschaften. Betriebsräte haben über die Einhaltung der Tarifverträge zu wachen.
  • Bei Falck Spree-Neiße wurde das Niveau des TVöD 2018 nach einem Arbeitskampf erreicht. Dazu gehören neben der Arbeitszeit auch z. B. die höhere Jahressonderzahlung, Zusatzurlaub, Schichtzulage, Erholungsurlaub und Altersvorsorge. Hier war, anders als bei promedica im Vorfeld keine Reduzierung der Wochenhöchstarbeitszeit vereinbart worden.
  • Ein/e Notfallsanitäter*in bei promedica verdient in den ersten 9 Jahren der Beschäftigung ca. 450 € mtl. weniger, bis zum 12. Jahr noch ca. 70 € mtl. weniger, bis zum 15. Jahr mtl. ca. 60 € mehr und ab dem 16. Jahr bis zum Renteneintritt ca. 100 € mtl. weniger als im TVöD oder im DRK-Reformtarifvertrag, der auch die Wochen-höchstarbeitszeit auf 45 Std gesenkt hat. 

 

Menschen in Warnwesten ver.di Protest vor der Zentrale der Falck Rettungsdienste im Febuar 2020

 

Eine Kundgebung ist noch keine Arbeitskampfmaßnahme. Kolleg*innen haben sich in ihrer Freizeit trotz Sturm und Regen nach Hamburg aufgemacht.

„Wir haben uns ganz bewusst in dieser Tarifrunde auf die Geldforderung konzentriert", erläutert ein Mitglied der Tarifkommission, „obwohl in unserem Tarifvertrag noch einiges versteckt ist, was deutlich dem öffentlichen Dienst hinterherhinkt." Die Retter*innen lieben ihre Arbeit und füllen sie mit Herzblut aus – das ist auf der Kundgebung immer wieder zu hören. Darum entsetzt sie auch die Forderung des Unternehmens, die Wochenhöchstarbeitszeit wieder auf 48 Stunden zu erhöhen. „Die spielen fahrlässig mit unserer Gesundheit und haben wohl vergessen oder nie gewusst, wie belastend die Arbeitsbereitschaft ist", kritisiert ein Kollege, der schon lange auf einer Rettungswache arbeitet. „Da sitzt man nicht rum, sondern ist permanent angespannt, weil man nicht weiß, was in den nächsten Minuten kommt. Es kann ein Routineeinsatz sein, aber auch ein traumatisierender Unfalleinsatz."

Wir verschaffen uns Respekt!

Die hoch qualifizierte, anspruchsvolle und oft stark belastende Arbeit muss besser entlohnt werden!

Den europäischen Tag des Notrufs 112 nahmen wir zum Anlass, Falck aufzufordern seine Beschäftigten respektvoll und anerkennend zu behandeln!

Retter*innen machten am 11. Februar 2020 deutlich, dass sich Falck in den Tarifverhandlungen bewegen muss, um für Fachkräfte attraktiv zu bleiben!

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