Paracelsus

Es geht wieder los

Paracelsus

Es geht wieder los

In vielen Paracelsus-Kliniken haben die ver.di-Mitglieder in den letzten Wochen intensiv über die Forderungen zur Tarifrunde 2020 diskutiert und beraten, wie diese Forderungen durchgesetzt werden können.

Diese Diskussionen hat die Tarifkommission jetzt ausgewertet und die Forderungen zur Tarifrunde beschlossen:

  • Wir fordern die Anhebung der Entgelttabellen um 7 %, mindestens 200 Euro monatlich, ab dem 1. Januar 2020 bei einer Laufzeit von 12 Monaten.
  • Wir fordern die Anhebung der Funktionsund Leitungszulagen um 7 % ab dem 1. Januar 2020 bei einer Laufzeit von 12 Monaten.
  • Wir fordern die Anhebung der Auszubildendenvergütungen ab dem 1. Januar 2020 auf das Niveau des Tarifvertrages für Auszubildende im öffentlichen Dienst (TVAöD), was einer Steigerung von ca. 160 Euro monatlich entspricht.
  • Wir fordern Korrekturen in der Eingruppierungssystematik des Entgelttarifvertrages u.a. für Medizinische Bademeister*innen / Masseure, Ergo- und Physiotherapeut*innen, Gymnastiklehrer*innen und MTRA / MTLA.
  • Wir fordern Zulagen für Beauftragungen und Zusatzaufgaben wie Pain Nurse / Algesiologische Fachassistenz, Wundexpert*innen, Diabetesberater*innen, Beauftrage für Arbeitssicherheit, Medizingerätebeauftragte, QM-Moderator*innen und Transfusionsbeauftragte.
  • Wir fordern die Umsetzung der Möglichkeiten des Pflegepersonalstärkungsgesetzes (PpSG) durch die Zahlung einer Pflegezulage in den Akutkliniken von 300 Euro monatlich für examinierte Gesundheits- und Krankenpfleger*innen (200 Euro für zweijährig ausgebildete und 100 Euro für einjährig ausgebildete Krankenpflegehelfer*innen).
  • Als ver.di-Vorteilsregelung nur für Mitglieder fordern wir vier zusätzliche freie Tage im Kalenderjahr, auf Wunsch der Mitglieder eine finanzielle Abgeltung zum Jahresende. 

Auch wenn wir den Manteltarifvertrag nicht gekündigt haben, wollen wir zwei weitere wichtige Themen in die Tarifverhandlungen einbringen:

  • Wir wollen die längst überfällige Arbeitszeitangleichung Ost an West auf 38,5 Stunden pro Woche ab dem 1. Januar 2020 erreichen. 
  • Darüber hinaus wollen wir eine andere erechnung von Bereitschaftsdienstentgelten, Rufbereitschaftszulagen und Zeitzuschlägen mit den Arbeitgebern diskutieren.

Aus den Diskussionen mit den Mitgliedern vor Ort war das Signal an die Tarifkommission sehr erfreulich, dass die Bereitschaft bei unseren Kolleg*innen in vielen Kliniken, sich an Aktionen, eventuell auch bis zu Streikmaßnahmen zu beteiligen, sehr groß ist. 

Wir gehen davon aus, dass wir diese Aktionsbereitschaft auch brauchen werden,

um akzeptable Kompromisse mit Paracelsus zu erreichen. Nach den Erfahrungen der letzten Wochen ist damit zu rechnen, dass sie sich jegliche Entgeltsteigerungen wieder einmal durch die Beschäftigten »gegenfinanzieren« lassen wollen. Oder anders ausgedrückt – die Kolleg*innen sollen ihre Entgeltsteigerungen am besten selbst bezahlen! 

Von den Arbeitgebern bereits mehrfach zugesagt

Viele von den jetzt erneut geforderten Korrekturen in der Eingruppierung wurden uns von den Arbeitgebern bereits seit Inkrafttreten des Entgelttarifvertrages. Anfang 2017 mehrfach zugesagt. Zuletzt wollten wir uns darüber im Rahmen der Prozessvereinbarung vom Anfang dieses Jahres mit den Arbeitgebern verständigen. Auch dieser Versuch ist leider vergeblich gewesen. Ebenso wie die anderen Verbesserungen werden wir auch diese Korrekturen jetzt durchsetzen müssen.

Der Entgelttarifvertrag ist zum 31. Dezember 2019 gekündigt. Die Tarifverhandlungen werden Anfang des nächsten Jahres beginnen.