Paracelsus

Verhandlungsauftakt ohne Ergebnis

Paracelsus

Verhandlungsauftakt ohne Ergebnis

Am 22. Januar 2020 fand die erste Verhandlungsrunde der Tarifverhandlungen zum Neuabschluss der Entgelttabellen und der Eingruppierungssystematik statt. Wir haben die Anlagen des Entgelttarifvertrages fristgemäß zum 31. Dezember 2019 gekündigt.

In der ersten Verhandlungsrunde haben wir unsere Forderungen vorgetragen und begründet:

Wir fordern eine deutliche Anhebung der Entgelte und Zulagen um 7 Prozent, mindestens aber um 200 Euro monatlich. Das große Engagement aller Beschäftigten in den Paracelsus Kliniken und die immer noch bestehende Verbundenheit mit Paracelsus muss endlich auch honoriert werden. Gleichfalls müssen die Entgeltbedingungen attraktiver werden, da nur so neue Beschäftigte, die in den Kliniken dringend benötigt werden, gewonnen werden können.

Die Steigerung der Entgelte ist damit auch eine Investition in die Existenzsicherung von Paracelsus!

Wir fordern eine Anhebung der Auszubildendenvergütungen um durchschnittlich 160 Euro monatlich auf das Niveau des Tarifvertrages des öffentlichen Dienstes. Nur so kann es gelingen, junge Menschen für eine Ausbildung bei Paracelsus zu gewinnen. Der Erhalt und der Ausbau der eigenen Ausbildung kann ein Instrument bei der Bewältigung des Fachkräftemangels sein.

Wir fordern für mehrere Berufsgruppen, wie zum Beispiel für die MTRA’s / MTLA’s, Ergo- und Physiotherapeut*innen und medizinische Bademeister*innen Nachbesserungen in der Eingruppierungssystematik. Nachbesserungen, die uns schon mehrfach zugesagt wurden.

Wir fordern – ähnlich wie für Hygienebeauftragte und Praxisanleiter*innen – Zulagen für weitere Zusatzaufgaben und Beauftragungen. Dazu gehören zum Beispiel Tätigkeiten als Pain Nurses, Wundexpert*innen, Diabetesberater*innen oder als Beauftragte für Arbeitssicherheit.

Wir fordern eine Pflegezulage von monatlich 300 Euro für dreijährig, 200 Euro für zweijährig und 100 Euro für einjährig ausgebildete Pflegekräfte in den Akutkliniken. Damit sollen die neuen verbesserten gesetzlichen Möglichkeiten zur Refinanzierung von Personalkosten in der Pflege genutzt werden.

Und wir fordern wieder eine Vorteilsregelung nur für ver.di Mitglieder von vier freien Tagen Zusatzurlaub pro Kalenderjahr. Damit wird honoriert, dass nur ver.di Mitglieder mit ihrer Mitgliedschaft den Tarifvertrag ermöglichen.

Darüber hinaus wollen wir mit den Arbeitgebern über die Berechnung von Zeitzuschlägen und Bereitschaftsdienstentgelten verhandeln. Auch die nach 30 Jahren längst überfällige Arbeitszeitangleichung Ost auf der Basis der 38,5 Stundenwoche steht für uns auf der Tagesordnung.

Und die Antwort der Arbeitgeber???

„Selbstverständlich“ sehe man auch das Erfordernis den Paracelsus Entgelttarifvertrag mit uns weiter zu entwickeln um ihn insgesamt attraktiver zu machen. Mit „Dankbarkeit“ müsse man jedoch auch das große Engagement des Gesellschafters sehen, da die Kliniken immer noch in einer schwierigen Phase der wirtschaftlichen Konsolidierung sind.

Nicht verhandelbar sei jedoch ein Mindestbetrag zur überproportionalen Anhebung unterer Entgeltgruppen. Auch eine ver.di Vorteilsregelung sei „kritisch“. Keine Möglichkeit sehe man über Themen aus dem Manteltarifvertrag (Arbeitszeit, Bereitschaftsdienstentgelte) zu verhandeln.

Wir haben abschließend deutlich gemacht, dass wir nicht für „Dankbarkeit“ gegenüber dem Gesellschafter zuständig sind. Dieser müsse vielmehr gegenüber den Beschäftigten „dankbar“ sein, dass sie sich Tag für Tag für die Patient*innen in den Kliniken engagieren und damit für die Grundlage jeglichen wirtschaftlichen Erfolges von Paracelsus arbeiten.

Dafür fordern wir eine gerechte Entlohnung. Wir haben die Arbeitgeber abschließend aufgefordert in der nächsten Verhandlungsrunde ein Angebot vorzulegen.

Die Tarifverhandlungen werden am 26. Februar 2020 fortgesetzt. Die Tarifkommission wird am 5. März 2020 den Verhandlungsfortgang diskutieren und das weitere Vorgehen beraten.