Öffentlicher Dienst

Preisgekrönte Tarifkämpfer

#unbezahlt

Preisgekrönte Tarifkämpfer

Jugendvertretungen der Unikliniken in NRW werden beim Deutschen Personalrätepreis für ihren erfolgreichen Einsatz für die Bezahlung der betrieblich-schulischen Azubis geehrt.

Erst unbezahlt und wütend, jetzt mit Tarifvertrag und preisgekrönt: Die Arbeitsgemeinschaft der Jugend- und Auszubildendenvertretungen der Unikliniken in Nordrhein-Westfalen. Susanne Neumann Jugendvertreterinnen und -vertreter aus NRW-Unikliniken freuen sich über den vom Bund-Verlag ausgerichteten Preis

Erst unbezahlt und wütend, jetzt mit Tarifvertrag und preisgekrönt: Die Arbeitsgemeinschaft der Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAV) der Unikliniken in Nordrhein-Westfalen erhält den Sonderpreis der DGB-Jugend beim diesjährigen Deutschen Personalrätepreis. Die Jugendvertretungen werden damit für ihren erfolgreiches Einsatz für die Bezahlung der betrieblich-schulischen Auszubildenden geehrt. In einem fünfjährigen Konflikt haben sie mit ver.di durchgesetzt, dass Auszubildende zu Medizinisch-Technischen Assistent/innen, Physiotherapeut/innen, Diätassistent/innen, Orthoptist/innen, Logopäd/innen und Ergotherapeut/innen in die Tarifverträge von Bund, Ländern und Kommunen einbezogen werden. Davon profitieren mindestens 4.500 Auszubildende – und all diejenigen, die diese Berufe in Zukunft in einem Klinikum mit öffentlicher Trägerschaft ergreifen.

Mit kreativen Methoden und Protesten haben die Auszubildenden die Öffentlichkeit auf ihre Situation aufmerksam gemacht. In Social Media mobilisierten sie mit der Kampagne #unbezahlt, bei der #nomoneychallenge zeigten Jugendliche auf hochgeladenen Fotos, was es bedeutet, ohne Ausbildungsvergütung auskommen zu müssen. Bei den Warnstreiks in den Tarifrunden des öffentlichen Dienstes 2017 und 2018 zeigten die Azubis massenhaft Präsenz. Durch ihr Engagement überzeugten sie die ver.di-Gremien, die Bezahlung der betrieblich-schulischen Auszubildenden zur Tarifforderungen zu machen.

Zunächst spielten die Arbeitgeber auf Zeit, suchten Ausflüchte und blockierten. Doch die jungen Kolleg/innen in NRW und anderswo ließen sich nicht beirren und machten weiter Druck. Am Ende mit Erfolg: Ab dem 1. Januar 2019 bekommen Auszubildende dieser Berufe eine Vergütung, die nahezu dem Niveau der Gesundheits- und Krankenpflege entspricht – je nach Ausbildungsjahr zwischen 965,24 und 1.122,03 Euro im Monat. Jetzt können sie sich endlich voll und ganz ihrer Ausbildung widmen, statt abends oder am Wochenende in der Kneipe zu jobben. Damit werden diese so wichtigen Berufe attraktiver – ein Vorteil auch für die Kliniken selbst. Zumal die Ausbildungsvergütung von den Krankenkassen refinanziert wird.

Nun gilt es, dasselbe für betrieblich-schulische Auszubildende aller Krankenhausträger durchzusetzen. Und es ist Zeit zu feiern. Herzlichen Glückwunsch!

Mehr Informationen über alle Preisträger und den Personalräte-Preis gibt es hier.

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