Öffentlicher Dienst

Sonderforderung für Kliniken?

Sonderforderung für Kliniken?

Eine Sonderforderung für Unikliniken, Psychiatrien und Landeskrankenhäuser?

Die Tarifrunde mit den Ländern wird eine harte Auseinandersetzung. Das zeichnet sich bereits ab. Schon lange vor Verhandlungsbeginn gehen die Arbeitgeber auf Konfrontation und fordern Verschlechterungen bei der Eingruppierung. Sie wollen die Corona-bedingte Krise der Landeshaushalte offenbar auf die Beschäftigten abwälzen. Dagegen ist Widerstand angesagt!

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Doch es reicht uns nicht, Verschlechterungen abzuwehren. Wir wollen auch Verbesserungen durchsetzen. Das ist insbesondere in den Kliniken und landeseigenen Psychiatrien dringend nötig. Deren Beschäftigte zeigen nicht nur in der Corona-Krise, wie wichtig ihre Arbeit für die Gesellschaft ist. Deshalb diskutiert ver.di über die Möglichkeit einer Sonderforderung.

Klar ist: Die Arbeitgeber werden sich mit Händen und Füßen gegen spürbare Verbesserungen in den Unikliniken, Zentren für Psychiatrie und Landeskrankenhäusern wehren. Wollen wir sie dennoch dazu bewegen, brauchen wir große Durchsetzungskraft. Diese muss aus den Betrieben kommen.

Deshalb haben wir uns selbst Bedingungen gesetzt:

  • Wir wollen mit 15 Prozent der Beschäftigten in den Unikliniken, Zentren für Psychiatrie und Landeskrankenhäusern über die Tarifforderungen und ihren Einsatz dafür sprechen – das sind 21.225 strukturierte und protokollierte Gespräche.

  • Von diesen sollen mindestens 70 Prozent – also 14.858 Kolleg*innen – bereit sein, sich an Aktionen zu beteiligen.

  • Wir brauchen 1.415 oder ein Prozent aller Beschäftigten, die bereit sind, sich als Tarifbotschafter*innen zu engagieren. Sie werden regelmäßig frühzeitig informiert, kommunizieren mit ihren Teams und mobilisieren ihre Kolleg*innen.

Die Zahlen werden auf jedes Haus entsprechend der Beschäftigtenzahl heruntergebrochen. Damit kann jede*r nachvollziehen, was zu tun ist, um das gemeinsame Ziel zu erreichen: eine Sonderforderung für die Kliniken.

Abhängig vom Erreichen dieser Bedingungen entscheidet die ver.di-Bundestarifkommission am 26. August darüber, ob und welche Sonderforderung im Rahmen der Länder-Tarifrunde für die Kliniken aufgestellt wird. Bis dahin wird in den Betrieben dazu lebhaft diskutiert. Es zeichnet sich ab, dass es die Erwartung gibt, für alle Beschäftigten in den Kliniken eine einheitliche Forderung aufzustellen.

Statement von Sylvia Bühler

Sylvia Bühler, Bundesfachbereichsleiterin Die Hoffotografen Sylvia Bühler, Bundesfachbereichsleiterin  – Mitglied im ver.di-Bundesvorstand

»Liebe Kolleginnen und Kollegen in Universitätskliniken, in den Zentren für Psychiatrie und anderen landeseigenen Krankenhäusern – ihr habt es in der Hand: Wenn es eine breite Beteiligung gibt, können wir eure Belange in den Tarifverhandlungen zum besonderen Thema machen. Denn deutliche Verbesserungen erreichen wir nur mit Druck aus den Betrieben. Jetzt muss von euch das Signal kommen – dann legen wir los.«


Tarifrunde – Stärketest für Entlastung

Die Tarifrunde ist für die weitere Lohnentwicklung entscheidend. Und sie ist ein Test unserer eigenen Stärke. Wenn wir unsere Mobilisierungsfähigkeit unter Beweis stellen, können wir 2022 bundesweit eine Tarifbewegung für Entlastung an Universitätskliniken starten. Voraussetzung dafür sind eine breite Aktionsbereitschaft, ein hoher gewerkschaftlicher Organisationsgrad und viele Tarifbotschafter*innen, Streikfähigkeit in Kernbereichen sowie die Fähigkeit, im Streik durch Betten- und Stationsschließungen ökonomischen Druck zu erzeugen.

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