Median Kliniken: Abbau von Arbeitnehmerrechten als System

Median ist der größte privatwirtschaftliche Reha-Konzern in Deutschland. Mit dem Zusammenschluss mit RHM und Pflegeheim und dem Kauf der Klinikgruppe Allgemeine Hospitalgesellschaft AG (AHG AG) im Oktober 2016 verfügt Median bundesweit über 120 Einrichtungen mit gut 15.000 Beschäftigten.

Seit der Übernahme durch den niederländischen Private Equity Fond Waterland im Dezember 2014 fährt Median eine aggressiven Wachstums-, Verschlankungs- und Sparkurs. Als Umsatzziel wurde von der neu installierten Geschäftsführerriege ausgegeben: „Wir wollen die Milliarden-Marke knacken.“

Leidtragende sind in diesem System die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Um die Gehälter flexibel an die Marktlage anpassen zu können, begeht Median flächendeckende Tarifflucht. Bestehende Tarifverträge wurden gekündigt und zugleich erklärt, dass Median für neue Tarifverhandlungen mit ver.di nicht zur Verfügung stehe. Stattdessen wolle man versuchen, mit den Betriebsräten vor Ort sogenannte „flexible Lohnmodelle“ verabreden. Im schlimmsten Fall gelten künftig nur noch die gesetzlichen Mindeststandards.

Damit hat Median den Rechtsbruch ganz offiziell verkündet. Denn die Geschäftsführung sollte eigentlich wissen, dass Arbeitsentgelte und Arbeitsbedingungen, die üblicherweise durch Tarifverträge geregelt werden, nicht Gegenstand einer Betriebsvereinbarung  sein können (§ 77, Absatz 3 Betriebsverfassungsgesetz). Mit den Folgen solch einer Personalpolitik hat Median schon heute zu kämpfen. Die Beschäftigten und ver.di-Mitglieder bei Median werden sich das alles nicht gefallen lassen. In zahlenreichen Aktionen bis hin zu Streik zeigen sie Entschlossenheit.

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