KfH/GML

Mehr Geld und Gesundheitsschutz

KfH/GML

Mehr Geld und Gesundheitsschutz

Mehr Geld und Maßnahmen zum Gesundheitsschutz

Tarifkommission beginnt Forderungsdiskussion zur Tarifrunde 2018

Die ver.di-Tarifkommission hat am 4. Oktober 2017 die Kündigung des KfH- und GML-Gehaltstarifvertrages sowie des Ausbildungstarifvertrages zum Jahresende beschlossen. Damit ist die nächste Tarifrunde für die Beschäftigten im KfH und bei der GML eingeleitet, die Diskussion über unsere Forderungen zur Tarifrunde hat begonnen.

Die Tarifkommission will zwei Ziele erreichen:
Einerseits muss die Vergütungsentwicklung im KfH Schritt halten mit den Tarifentwicklungen im Kliniksektor, da es nur so gelingen kann, Beschäftigte für eine Arbeit in der Dialyse zu halten oder zu gewinnen. Daher müssen die Vergütungen deutlich angehoben werden. Andererseits wollen wir die anstehende Tarifrunde dazu nutzen, Verhandlungen zur Begrenzung der immer weiter steigenden Arbeitsbelastung und zur Begleitung des demografischen Wandels im KfH aufzunehmen. Erreichen wollen wir damit einen »KfH-Tarifvertrag Demografie und Gesundheitsschutz«.

Folgende Tarifforderungen zur Vergütungssteigerung wollen wir in den nächsten Wochen in den KfH-Zentren und -Betrieben zur Diskussion stellen:

  • Wir fordern eine pauschale Steigerung der Tabellenvergütungen um 250 Euro in allen Vergütungsgruppen und Vergütungsstufen. Damit sollen insbesondere untere Vergütungsgruppen überproportional angehoben werden.
  • Die Vergütung für Auszubildende soll pauschal um 100 Euro angehoben werden.
  • Der Zuschlag für Nachtdienste (zwischen 20 und 6 Uhr) soll auf 5 Euro pro Stunde angehoben werden (heute 1,28 Euro).
  • Die Pauschale für Rufbereitschaften soll auf 3 Euro pro Stunde Montag bis Freitag und 3,50 an Wochenenden und Feiertagen angehoben werden (heute 2,30 bzw. 2,81 Euro).
  • Bei Höhergruppierungen soll künftig mindestens in die Stufe B der höheren Entgeltgruppen eingestuft werden, um eine höhere Eingruppierung auch finanziell spürbar werden zu lassen.

Und im Rahmen der aufzunehmenden Verhandlungen über einen »KfH-Tarifvertrag Demografie und Gesundheitsschutz« wollen wir folgende Schwerpunkte diskutieren.

  • Personal-Patientenschlüssel: Ein tariflich fixierter Personal-Patientenschlüssel von 1:5 als Mindestbesetzungsvorgabe pro Schicht soll künftig verhindern, dass das KfH diesen Schlüssel einseitig weiter steigert und so immer weniger Beschäftigte immer mehr Patienten versorgen müssen.
  • Holen aus dem Frei begrenzen und honorieren: Ziel muss es sein, dass das »Holen aus dem Frei« wieder zur Ausnahme wird und nicht mehr die Regel zur Kompensation von personellen Ausfällen ist. Alle Maßnahmen, die diesem Ziel dienen können, sollen in einem Tarifvertrag definiert werden.

Wir fordern, dass das Einspringen aus dem Frei künftig deutlich honoriert wird.
Möglich wäre die Zahlung einer Prämie oder die Gewährung von Zuschlägen (z.B. auf Höhe der Feiertagszuschläge). Wichtig ist dabei, dass Teilzeitbeschäftigte davon gleichermaßen profitieren.

  • Begrenzung oder Ausnahme von Nachtschichten und Rufbereitschaften: Diskutieren wollen wir über eine Ausnahme auf Wunsch der Beschäftigten oder eine Begrenzung von Nachtschichten und Rufbereitschaften ab einer bestimmten Altersgrenze (z.B. Begrenzung ab 55., Ausnahme ab 62. Lebensjahr).
  • Rechtsanspruch für Teilzeitkräfte zur Rückkehr in Vollzeit: Insbesondere bei regelmäßiger und wiederkehrender Mehrarbeitsbelastung von Teilzeitbeschäftigten sollen diese einen Rechtsanspruch zur Aufstockung ihrer Arbeitsverträge oder auch zur Rückkehr in Vollzeit haben.
  • Gesundheitsfonds: Mit einem jährlichen Budget sollen künftig Sportaktivitäten der Beschäftigten, z.B. Beiträge für Fitnessstudios oder die aktive Mitgliedschaft in Sportvereinen unterstützt werden.
  • Förderung von Teilzeit: Ab einem bestimmtem Alter soll ein Rechtsanspruch auf Teilzeitverträge aufgenommen werden. Diese sind durch den Arbeitgeber mit einer Zuschusszahlung zu fördern. Auch über eine Aufstockung der Rentenbeiträge ist dabei zu verhandeln.

Wir haben uns viel vorgenommen – Das schaffen wir nur gemeinsam!

Wir wollen für Arbeitsplätze im KfH kämpfen, die fair bezahlt werden und eine gute Arbeit bis zur Rente möglich machen.

Wir müssen gut vorbereitet in diese Verhandlungen gehen und uns unserer Durchsetzungsfähigkeit bereits im Vorfeld der Tarifverhandlungen bewusst sein.

Diskutiert mit euren Kolleginnen und Kollegen unsere Forderungen, beteiligt euch an Betriebs- und Mitgliederversammlungen, macht mit bei anstehenden Aktionen im Rahmen der Tarifrunde und werdet ver.di Mitglied – wenn ihr es noch nicht seid.