KfH

Arbeitgeber provozieren erneut

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Arbeitgeber provozieren erneut

Am 14. Februar 2020 sind die Tarifverhandlungen, über die von uns gekündigten Vergütungstabellen, Ausbildungsvergütungen und dem Tarifvertrag zur variablen Vergütung, fortgesetzt worden.

Die Arbeitgeber präsentierten erneut ihre Vorstellungen von einer neuen Tabellenstruktur. Sie gingen sogar noch einen Schritt weiter und wollen neben 2 Entgeltgruppen unterhalb der P1 „für Assistenzkräfte in der Dialyse“, nun auch noch für „Servicekräfte“ eine neue Vergütungsgruppe unterhalb der heutigen L1 schaffen. Außerdem wollen sie in ihre Struktur die variable Vergütung einarbeiten.

Die Arbeitgeber selbst haben dabei Besitzstände bis zu 597,50 Euro beziffert. Kolleg*innen in den unteren Vergütungsgruppen sollen zukünftig Einbußen von über 25 Prozent hinnehmen. Lohnerhöhungen von einigen Berufsgruppen wären so auf Kosten der Kolleg*innen der unteren Lohngruppen und der variablen Vergütung finanziert worden.

Das ist eine erneute Provokation. Bereits in der 1. Verhandlungsrunde haben wir den Arbeitgebern deutlich gemacht, das eine Eingruppierung unterhalb des P1 mit uns nicht verhandelbar ist. Auch unterhalb der L1 werden wir keine neuen Entgeltgruppen verhandeln.

Nach einer kontroversen Auseinandersetzung und unserer erneuten Aufforderung jetzt endlich ein konstruktives Angebot vorzulegen, kam ein neues Angebot der Arbeitgeber:

  • Anhebung der Vergütungen um 1,75 Prozent ab dem 1. Januar 2020.
  • Weitere Vergütungssteigerung um 1,75 Prozent ab dem 1. Januar 2021.
  • Laufzeit der neuen Tabellen 24 Monate.
  • Die variable Vergütung bleibt unverändert.
  • Die Vergütung für Auszubildende wird ab dem 1. Januar 2020 um 100 Euro monatlich und ab dem 1. Januar 2021 um weitere 1,75 Prozent angehoben.

Unsere Forderungen:

  • Anhebung der Vergütungen um 8 Prozent, mindestens um 200 Euro monatlich ab dem 1. Januar 2020 bei einer Laufzeit von 12 Monaten.
  • festes Urlaubsgeld exklusiv für ver.di-Mitglieder von 1500 Euro für Beschäftigte und 250 Euro für Auszubildende und damit die Ablösung des bisherigen Tarifvertrages über die variable Vergütung
  • Anhebung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro monatlich.
     

Bei einer Laufzeit von 24 Monaten wären das am Ende 3,53 Prozent mehr gewesen: In der P1 Stufe A insgesamt 71,32 Euro und in der P8 Stufe E 149,31 Euro.

Dieses Angebot, haben wir zurückgewiesen. Gerade der Mindestbetrag in Höhe von 200 Euro wirkt insbesondere in den unteren Entgeltgruppen, hier ist der Abstand z.B. zum TVöD besonders hoch. Selbst mit der Erhöhung von 3,53 Prozent beträgt der Abstand zum TVöD immer noch 19 Prozent. Kein Angebot gab es für die Umwandlung der variablen Vergütung in ein fixes Urlaubsgeld nur für ver.di-Mitglieder.

Allein am Verhandlungstisch wird es mit dem KfH kein akzeptables Tarifergebnis geben. Jetzt braucht es den Druck der Beschäftigten.

Die Tarifkommission wird am 27. Februar 2020 den Verhandlungsstand bewerten und weitere Aktionen und Maßnahmen beschließen.

Die Tarifverhandlungen werden am 23. März 2020 fortgesetzt.