Internationaler Bund

Ernüchterung nach Auftaktverhandlung

Internationaler Bund

Ernüchterung nach Auftaktverhandlung

Am 6. November haben die Tarifverhandlungen über Entgelterhöhungen für alle IB-Beschäftigten begonnen. Unmittelbar vor Beginn der Verhandlungen hat die gewerkschaftliche Tarifkommission in gemeinsamer Sitzung die Forderungen für die Tarifrunde beschlossen. Zuvor haben die Mitglieder in allen Gesellschaften und beim e.V. die Forderungen diskutiert.

Es eint uns das Ziel, dass der IB Anschluss halten muss an die Entgeltentwicklung im öffentlichen Dienst und bei anderen Arbeitgebern. Qualifizierte und engagierte Fachkräfte können nur mit guten Arbeitsbedingungen geworben und beim IB gehalten werden.  

Unsere Forderung:

1. Stufenplan zur Erreichung des Niveaus des TV-L. Das Niveau soll spätestens mit 4 Erhöhungsschritten erreicht werden. Der erste Erhöhungsschritt soll bei 8 % liegen. Die weiteren Schritte könne unterschiedlich (zeitlich oder in der Höhe) in den Gesellschaften und dem e.V. geregelt werden.

2. Anpassung der Stufen im AMDL-Bereich.

3. Erhöhung der Basistabelle.

4. Mitgliedervorteilsregelung 500 € pro Jahr oder 3 Tage zusätzlich frei.  

Zu Beginn der Verhandlungen haben die Arbeitgeber angekündigt, dass sie von den für Tarifverhandlungen üblichen Ritualen abweichen wollen, um schnell zu einem Ergebnis zu kommen. Danach wiesen sie darauf hin, dass für die Finanzierung der 2017 mit dem Entgelttarifvertrag vereinbarten Entgeltsteigerungen in den Jahren 2018 und 2019 auf Rücklagen des IB zurückgegriffen werden musste. Daher müssten sie in den anstehenden Verhandlungen die wirtschaftliche Stabilität des IB im Blick behalten. So viel zu Ritualen: Erst verweisen die Arbeitgeber auf die schwierige wirtschaftliche Lage, um dann ein völlig inakzeptables erstes Angebot vorzulegen (siehe Kasten).

Dieses „Angebot“ löste bei den Mitgliedern der Tarifkommission nur Empörung aus. Der Unmut bezog sich neben den viel zu geringen Lohnsteigerungen, insbesondere auf die von den Arbeitgebern eingebrachte Karenzzeit von 12 Monaten. Die benötige er, um die Refinanzierung der Tariferhöhungen durch die Kostenträger sicherzustellen. Karenzzeit heißt nach seiner Vorstellung: im Jahr 2020 soll es überhaupt keine Erhöhungen geben! Die vom Arbeitgeber postulierte Wertschätzung der Beschäftigten erkennt man an keiner Stelle des Angebots. Weitere Punkte waren Regionalität und Spezialität. Darunter versteht der Arbeitgeber völlig unterschiedliche Erhöhungen in den Gesellschaften je nach den wirtschaftlichen Möglichkeiten und die Herausnahme des AMDL-Bereiches aus dem Tarifabschluss.

Dieses Angebot hat die gemeinsame Tarifkommission als inakzeptabel zurückgewiesen.  

Das Angebot der Arbeitgeber:

Ernüchterung nach Auftaktverhandlung. Der Internationale Bund legt inakzeptables Angebot vor
ver.di Das Angebot der Arbeitgeber

 

Ein deutliches Zeichen

Als Tarifkommission waren wir uns sofort einig: Das kann nur ein schlechter Scherz gewesen sein. Der Abstand zu anderen Arbeitgebern wird so noch größer. Jetzt braucht es ein deutliches Zeichen. Nach Rückkoppelung in den Gesellschaften sollen nun schnellstmöglich die Entgelttabellen gekündigt werden. Die Verhandlungen werden am 18. Dezember fortgesetzt. Dann muss der Arbeitgeber ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen.

Werdet Gewerkschafter*in. Unterstützt uns in den Tarifverhandlungen.

Eure Tarifkommission