Helios

Jetzt Druck machen

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Jetzt Druck machen

Mitten in der Pandemie geht der Klinikbetreiber Helios auf Konfrontation zu seinen Beschäftigten. Kurz vor der zweiten Verhandlungsrunde zum Konzerntarifvertrag hat das Unternehmen die Vereinbarung zur Pflegezulage gekündigt. Bleibt es dabei, ist die Regelung ab Januar 2022 nur noch in der Nachwirkung. Die Zahlung kann Pflegekräften dann bei Neueinstellungen oder Vertragsänderungen vorenthalten werden. Auch die in den Verhandlungen am 25. Februar 2021 offerierte Lohnerhöhung ist eher eine Provokation als ein Angebot.

Der Helios-Mutterkonzern Fresenius will die Kosten drücken. Angesichts von Erlöseinbußen bei Tochterunternehmen im Ausland sollen »Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und zur dauerhaften Senkung der Kostenbasis« dafür sorgen, die »Profitabilität (…) nachhaltig zu steigern«, teilte das Unternehmen am 23. Februar mit. Soll heißen: Die Beschäftigten in den deutschen Helios-Krankenhäusern sollen die wirtschaftlichen Probleme in anderen Konzernbereichen ausgleichen. Und immer höhere Ausschüttungen an Aktionäre erwirtschaften: Trotz der Probleme soll die Dividende zum 28. Mal in Folge erhöht werden. Entsprechend hartleibig präsentiert sich der Arbeitgeber bei den Tarifverhandlungen.

Das »Angebot«:

  • Nach fünf Nullmonaten sollen die Entgelte zum 1. Juni 2021 um 1,0 Prozent, ab Juni 2022 um weitere 1,4 Prozent steigen. Auszubildende sollen jeweils 25 Euro mehr bekommen. Das würde Reallohnverlust bedeuten!
  • Corona-Sonderzahlung von 400 Euro, für Auszubildende lediglich 75 Euro. Reicht das?
  • Auf die von ver.di geäußerte Erwartung, die Pflegezulage auf alle Beschäftigte in der Kr-Tabelle auszuweiten, reagiert das Unternehmen mit einem vergifteten Angebot: OTAs und ATAs sowie die Pflegekräfte im Herzkatheterlabor sollen endlich eine Zulage bekommen, allerdings um die Hälfte niedriger, als die bisherigen Zulagen. Dafür sollen jedoch die aktuellen Zulagen in den Funktionsdiensten halbiert werden. Wertschätzung in der Pandemie? Fehlanzeige!
  • Die Arbeitszeiten an den ostdeutschen Helios-Standorten sollen an das Westniveau angeglichen werden – allerdings erst 2024. Damit würde die Benachteiligung ostdeutscher Beschäftigten drei Jahre lang fortgesetzt. Geht’s noch?
  • ver.di erwartet einen zusätzlichen Freizeitausgleich für Beschäftigte, die mit noch weniger Personal arbeiten müssen als im Dienstplan ausgewiesen ist. Das weist der Konzern zurück. Kein Angebot zur Entlastung!

Die ehrenamtlichen Mitglieder der ver.di-Tarifkommission haben dieses »Angebot« einhellig als völlig unzureichend zurückgewiesen. Helios will zulasten seiner Beschäftigten Gewinne maximieren. Fresenius-Chef Stephan Sturm hat gegenüber der Presse erklärt: »Wir müssen uns Gedanken darüber machen, ob wir am Kapitalmarkt die Wertschätzung erfahren, die wir verdienen.« ver.di meint: Wichtiger wäre, sich Gedanken darüber zu machen, wie die Beschäftigten die Wertschätzung erfahren, die sie verdienen. Denn sie sind es, die die gesellschaftlich relevante Arbeit in den Kliniken leisten.

 

Helios Tarifrunde 2021 ver.di Helios Tarifrunde 2021: 5.929 Unterschiften bekräftigen Tarifforderungen

5.929 Helios-Beschäftigte haben mit ihrer Unterschrift bekräftigt, dass sie hinter den Tarifforderungen von ver.di stehen. »Wir wollen spürbar mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen«, heißt es in den Unterschriftslisten, die wir dem Arbeitgeber symbolisch bei der coronabedingt digitalen Verhandlung übergeben haben. Doch das hat offenbar noch nicht gereicht.

Die Antwort auf dieses ernüchternde Angebot der Helios-Arbeitgeber muss jetzt aus den Kliniken kommen.

Macht deutlich, dass ihr euch das nicht gefallen lasst. Sprecht eure Kolleginnen und Kollegen an, macht öffentlichkeitswirksame Aktionen,

setzt den Arbeitgeber unter Druck. Damit er sich bei der nächsten Verhandlungsrunde am 31. März 2021 eines Besseren besinnt.

Gemeinsam stark in der Tarifrunde!
Jetzt https://mitgliedwerden.verdi.de

Helios Tarifrunde 2021 ver.di Helios Tarifrunde 2021: Das sagen die Mitglieder der Verhandlungskommission
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