Helios

Scheinheiliges Angebot

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Tarifrunde Helios: ver.di fordert Verbesserungen in der Pflege innerhalb des Konzerntarifvertrages

Pressemitteilung Berlin, 29.01.2019. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) lehnt die Idee eines separaten Tarifvertrages für die Pflegebeschäftigten der Helios-Kliniken ab. Diese habe die Arbeitgeberseite am Dienstag zum Auftakt der Tarifverhandlungen für die deutschlandweit rund 18.000 unter den Konzerntarifvertrag fallenden Beschäftigten ins Gespräch gebracht. "Es ist überfällig, Arbeitsbedingungen und Bezahlung der Beschäftigten in der Pflege zu verbessern. Deshalb hat ver.di heute 8 Prozent mehr Entgelt für alle und zusätzlich 300 Euro mehr pro Monat für die Pflegebeschäftigten gefordert," sagte Sylvia Bühler, ver.di-Bundesvorstandsmitglied, im Anschluss an die heutige Tarifrunde. "Ein Tarifvertrag ausschließlich für eine Beschäftigtengruppe ist der falsche Weg, dazu reichen wir nicht die Hand." Die Weiterentwicklung des Konzerntarifvertrages biete alle Möglichkeiten, notwendige Verbesserungen zu vereinbaren. "Ein Krankenhaus funktioniert am besten als ein organisches Ganzes, in dem alle Berufsgruppen teamorientiert zusammenarbeiten. Dafür steht ver.di."

Helios hat angekündigt, die Verbesserungen in der Pflege von einem separaten Pflegetarifvertrag abhängig zu machen. Mit diesem Junktim werde offenbar, dass das Angebot, etwas für die Pflege tun zu wollen, scheinheilig sei. "Wenn es der Arbeitgeberseite wirklich um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege gehen würde, muss Helios bereit sein, diese auch im Konzerntarifvertrag zu regeln," so Bühler.

In der laufenden Tarifrunde fordert ver.di außerdem eine Erhöhung der Auszubildendenvergütung von 100 Euro pro Monat. Zudem sollen die betrieblich-schulischen Auszubildenden (zum Beispiel Medizinisch-technische Assistent/innen Labor und Radiologie) in den Geltungsbereich des TV Helios-Azubi einbezogen werden.

ver.di erwartet zudem, dass Helios neue Eingruppierungsregelungen auf der Grundlage des TVöD in Kraft setzt. "Beschäftigte bei Helios leisten die gleiche verantwortungsvolle und oft belastende Arbeit wie die Beschäftigten in kommunalen Kliniken", so Bühler. Wenn eine Hebamme bei Helios bis zu 180 Euro weniger pro Monat verdiene als in einer kommunalen Klinik und die Differenz bei einer Onkologie-Pflegefachkraft sogar bis zu 430 Euro betrage, werde klar, wie dringend hier nachgebessert werden müsse.

Die Tarifverhandlungen werden am 20. Februar 2019 fortgesetzt.

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