Helios

Die Zeichen stehen auf Konflikt

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Die Zeichen stehen auf Konflikt

Lohnerhöhung? Helios verweigert Angebot

Pflegezulage? Helios will sie auf »Pflege am Bett« beschränken

Corona-Prämie? Helios bleibt unkonkret

Nicht einmal in der Pandemie bricht die Helios-Spitze mit ihrem Ritual, in der ersten Runde einer Tarifverhandlung kein Angebot zu unterbreiten. Beim diesjährigen Verhandlungsauftakt am 19. Januar 2021 in Berlin – bei dem selbstverständlich alle Corona-Schutzmaßnahmen eingehalten wurden – hat der Arbeitgeber stattdessen nur unsere Forderung nach 5,5 Prozent mehr Geld zurückgewiesen.

Die Zeichen stehen auf Konflikt. Das wurde auch beim Thema Pflegzulagen deutlich. Helios will diese wohl weitgehend auf die »Pflege am Bett« beschränken. ver.di erwartet hingegen, dass die Arbeit aller Beschäftigten finanziell aufgewertet wird, die unter die Kr-Tabelle fallen.

Unsere Forderungen:

  • Erhöhung der Entgelte um 5,5 Prozent mit einer sozialen Komponente, damit die unteren und mittleren Entgeltgruppen stärker angehoben werden
  • Anhebung der Ausbildungsentgelte um 70 Euro
  • Fortschreibung des Kinderbetreuungszuschusses
  • Laufzeit von zwölf Monaten

Zusätzlich erwarten wir vom Arbeitgeber:

  • Absenkung der Arbeitszeit in Ostdeutschland auf das Niveau im Tarifgebiet West.
  • Pflegezulagen für alle Beschäftigten, die in die Pflegeentgelttabellen eingruppiert sind
  • Da Schichten besonders belastend sind, in denen die Kolleg*innen mit noch weniger Personal arbeiten als im Dienstplan ausgewiesen ist, braucht es Regelungen zum Gesundheitsschutz. Für solche Fälle müssen die Beschäftigten durch einen zusätzlichen Freizeitausgleich entlastet werden.

Bundesweit fordern Klinikbeschäftigte von ihren Arbeitgebern die Zahlung von Corona-Prämien. Helios will dieser Forderung in der Tarifrunde nachkommen. Allerdings gab es keine Aussage dazu, wer wie viel erhalten soll und ob Helios die Prämie mit der geforderten Entgeltsteigerung verrechnen will. Für ver.di ist klar: Eine Corona-Prämie soll die besondere Belastung und den herausragenden Einsatz in der Pandemie anerkennen. Eine einmalige Prämie ersetzt keine dauerhaft bessere Bezahlung.

Nicht einmal zur Angleichung der Arbeitszeit in den östlichen Bundesländern auf das Westniveau hat Helios eine Aussage gemacht. 30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung sollten gleiche Arbeitszeiten in Ost und West selbstverständlich sein.

Die ver.di-Verhandlungskommission hat erläutert, weshalb wir im Rahmen des Gesundheitsschutzes einen Freizeitausgleich wollen, wenn in einer Schicht mit noch weniger Personal gearbeitet werden muss als im Dienstplan vorgesehen. Die Aussage des Arbeitgebers dazu hat die Tarifkommissionsmitglieder in Erstaunen versetzt: Angeblich berücksichtigen die Dienstpläne laut Helios Krankheitsausfälle. Wir empfehlen, dies vor Ort gleich mal nachzuprüfen.

Übrigens: Um der Personalnot endlich wirksam zu begegnen, fordern wir vom Bundesgesundheitsminister die zügige Einführung der PPR 2.0, die ver.di mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft und dem Deutschen Pflegerat als Interims-Instrument für eine bedarfsorientierte
Personalbemessung in der Krankenhauspflege entwickelt hat.1

Helios kann sich deutliche Verbesserungen der Arbeitsbedingungen allemal leisten. Nach allem was man hört, war das Jahr 2020 wirtschaftlich
sehr erfolgreich. 430 Millionen Euro konnten zudem für den Kauf von Kliniken in Südamerika, USA und Europa eingeplant werden. Beachtlich auch, wie viel mehr die Vorstände des Mutterkonzerns Fresenius im Vergleich zu den Beschäftigten verdienen.

Helios kann sich deutliche Verbesserungen der Arbeitsbedingungen allemal leisten.
Nach allem was man hört, war das Jahr 2020 wirtschaftlich sehr erfolgreich. 430 Millionen Euro konnten zudem für den Kauf von Kliniken in Südamerika, USA und Europa eingeplant werden. Beachtlich auch, wie viel mehr die Vorstände des Mutterkonzerns Fresenius im Vergleich zu den Beschäftigten verdienen.

Laut DGB-Verteilungsbericht ist die Spanne zwischen Vorstands- und Beschäftigtengehältern bei Fresenius so hoch wie in kaum einem anderen DAX-Unternehmen.2

DGB Verteilungsbericht DGB Verteilungsbericht Grafik: DGB Verteilungsbericht - Managervergütung 2019

Die Verhandlungen werden am 25. Februar 2021 fortgesetzt.
Die ver.di-Mitglieder werden dann wieder zeitnah zu einer Video-Konferenz eingeladen, damit sie aus erster Hand informiert werden.

1 Mehr Infos unter dem Kurzlink https://tinyurl.com/verdi-PPR2
2 DGB-Verteilungsbericht 2021, Seite 59, https://tinyurl.com/DGB-Verteil-2021, siehe auch Fresenius-Vergütungsbericht 2019, Seite 3, https://tinyurl.com/Fresenius-2019, Fresenius-Quartalsbericht Q3 2020 mit Ausblick auf das Gesamtjahr 2020, https://tinyurl.com/Fresenius-Q3-2020, und https://www.fresenius.de/eugin

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