Helios

Schluss mit der Benachteiligung

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Schluss mit der Benachteiligung

ver.di fordert zeitgemäße Eingruppierung und einheitliche Entgelttabelle. Doch Helios verweigert Verhandlungen

Was verdient eine Gesundheits- und Krankenpflegerin nach dem Helios-Konzerntarifvertrag? Wo ist ein Physiotherapeut eingruppiert? Auf diese eigentlich einfachen Fragen gibt der Helios-Konzerntarifvertrag bisher keine einheitlichen Antworten. Es gibt nämlich weder eine für alle gültige Entgelttabelle noch eine einheitliche und zeitgemäße Entgeltordnung, die die Eingruppierung der unterschiedlichen Tätigkeiten und Berufe festlegt. Die Gewerkschaft ver.di hat Helios deshalb schriftlich zu Tarifverhandlungen über diese Fragen aufgefordert.

Doch die Antwort der Helios-Verhandlungsführung ist enttäuschend: »Die Aufnahme von Tarifverhandlungen zu einer Entgeltordnung für die im Geltungsbereich des HELIOS-Konzerntarifvertrages (TV HELIOS) befindlichen Akutkliniken halten wir angesichts der gegenwärtigen gesundheits- und tarifpolitischen Situation für wenig zielführend.«

Diese Reaktion ist für ver.di völlig unverständlich. Offenbar will die Konzernspitze die Benachteiligung der Helios-Beschäftigten gegenüber ihren Kolleginnen und Kollegen in kommunalen Kliniken zementieren.

Mehr Geld in kommunalen Kliniken …

Bereits seit Januar 2017 gilt in kommunalen Krankenhäusern eine neue Entgeltordnung, die für viele Beschäftigte mehr Geld bedeutet. Demnach verdienen zum Beispiel Gesundheits- und Krankenpfleger/innen in der Psychiatrie, in psychiatrischen Abteilungen, in der Psychosomatik, der Onkologie oder Nephrologie ohne Fachweiterbildung zwischen 87,88 und 383,34 Euro mehr im Monat. Mit Fachweiterbildung erhalten sie im Mittelwert über 30 Jahre 317,15 Euro monatlich mehr Geld.

In 30 Arbeitsjahren summiert sich das auf 114.175,20 Euro, und zwar ohne die übliche Steigerung der Tabellenwerte, die Jahressonderzahlung und die Erhöhung von Zeitzuschlägen. Bei Stationsleitungen (Kr. 9b – im TVöD die P 10) beträgt das Plus im Mittelwert 514,39 Euro monatlich – in 30 Jahren insgesamt 185.181,24 Euro. Erfreulich auch das Ergebnis für Berufsanfänger/innen der Gesundheits- und Krankpflege: Sie verdienen nach der Ausbildung 217,66 Euro mehr im Monat.

… und was ist mit Helios?

Bei Helios gelten diese Verbesserungen nur für Beschäftigte vollständig, deren Kliniken an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) gebunden sind, zum Beispiel im Helios-Klinikum Siegburg. Alle anderen sind vom Niveau des öffentlichen Dienstes abgehängt. ver.di meint: Damit muss Schluss sein!

Die Beschäftigten bei Helios machen die gleiche verantwortungsvolle und oft sehr anstrengende Arbeit wie ihre Kolleginnen und Kollegen in kommunalen Kliniken. Die Gesundheits- und Sozialberufe müssen durch eine zeitgemäße Eingruppierung aufgewertet werden.

Doch die Helios-Spitze macht Verhandlungen darüber von »einer leistungs- und marktgerechten Vergütung« abhängig.

Im Klartext: Wenn jemand mehr verdienen soll, sollen andere Beschäftigte weniger bekommen. Dem hat die ver.di-Tarifkommission – in der Gewerkschaftsmitglieder aus allen Helios-Kliniken mit Bindung an den Konzerntarifvertrag vertreten sind – eine deutliche Absage erteilt. Sie wird nun das weitere Vorgehen beraten.

Klar ist: Von allein wird Helios seine hohen Gewinne - 526 Millionen Euro allein im vergangenen Jahr – kaum mit den Beschäftigten teilen. Dabei sind sie es, die diese Überschüsse erarbeitet haben. Deshalb braucht die Konzernspitze Druck.

Sei dabei: Gemeinsam für gute Tarife und gute Arbeit.

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