Helios

Helios geht auf Konfrontation

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Helios geht auf Konfrontation

Aktionäre kassieren, Beschäftigte bezahlen – organisiert euch dagegen!

Effizienz steigern, Kosten senken, Profitabilität erhöhen – die am 26. Februar verbreitete Videobotschaft von Fresenius-Chef Stephan Sturm an die Beschäftigten des  Gesundheitskonzerns ist eindeutig: Die wirtschaftlichen Probleme einiger Konzerntöchter sollen auf ihrem Rücken ausgeglichen werden. Überall sollen die Kosten gedrückt werden – auch beim profitablen Klinikbetreiber Helios. Selbst Standortschließungen sind nicht ausgeschlossen. Ab 2023 sollen die Maßnahmen das Konzernergebnis um jährlich mindestens 100 Millionen Euro verbessern. Einzelheiten sollen Anfang Mai verkündet werden.

Beschäftigte mit Banner "wir sind systemrelevant" vor Helios-Klinik ver.di Protest am Tag der Pflegenden vor der Helios-Klinik Bad Gandersheim

Helios auf Konfrontationskurs

Doch schon jetzt geht der weltweit tätige DAX-Konzern auf Konfrontationskurs zu seinen Beschäftigten – und das mitten in der Pandemie. So werden in einigen Helios-Kliniken Assistenzärzt* innen aufgefordert, »freiwillig« auf Gehalt zu verzichten. Auch Kündigungen in der Probezeit sind bekannt geworden. Will Helios zielgerichtet ärztliches Personal abbauen, so wie früher in der Pflege? 

Im Helios-Konzerntarifvertrag hat das Unternehmen die Vereinbarung zur Pflegezulage gekündigt. Bleibt es dabei, ist die Regelung ab Januar 2022 nur noch in der Nachwirkung. Die Zahlung könnte Pflegekräften dann bei Neueinstellung oder Vertragsänderung vorenthalten werden. Wertschätzung für Pflegekräfte in der Pandemie? Fehlanzeige! 

Bei den Verhandlungen zum Konzerntarifvertrag bietet Helios nach fünf Nullmonaten Entgeltsteigerungen von lediglich 1,0 Prozent im Juni 2021 und weiteren 1,4 Prozent im 1. Juni 2022, für Auszubildende jeweils plus 25 Euro im Monat. Das würde Reallohnverlust bedeuten! 

Weitere Kürzungen will der Konzern am 6. Mai 2021 bekanntgeben. Schon jetzt steht fest, dass die Helios-Zentrale von Berlin an den Konzernsitz in Bad Homburg verlagert werden soll, um »Synergieeffekte« – sprich: Einsparungen – zu erzielen.

Und warum das alles? Nicht etwa, weil Fresenius Verluste macht. Sondern nur, weil die Gewinne nach jahrelangen Steigerungen wegen der Corona-Krise nicht ganz so üppig ausfallen wie sonst. Insbesondere mit den US-Aktivitäten seiner Dialysetochter Fresenius Medical Care hat der Konzern aktuell Probleme. Doch diese haben weder die Beschäftigten dort noch die Kolleg*innen der Helios-Kliniken verursacht. Im Gegenteil: Dass Fresenius für 2020 trotz allem ein Konzernergebnis von 1,8 Milliarden Euro eingefahren hat, ist zum großen Teil den Krankenhausbeschäftigten in Deutschland zu verdanken.

Illustration Gruppe von Krankenhausbeschäftigten mit Banner "Zusammenstehn" Tom Körner/ver.di Zusammenstehn

Wertschätzung? Fehlanzeige!

Konzernchef Sturm hat gegenüber der Presse erklärt: »Wir müssen uns Gedanken darüber machen, ob wir am Kapitalmarkt die Wertschätzung erfahren, die wir verdienen.« ver.di meint: Wichtiger wäre, sich Gedanken darüber zu machen, wie die Beschäftigten die Wertschätzung erfahren, die sie verdienen. Denn sie sind es, die die gesellschaftlich relevante Arbeit in den Kliniken leisten.

Fresenius hat angekündigt, die Dividende zum 28. Mal in Folge zu erhöhen. Die Aktionäre sollen also noch mehr kassieren, die Belegschaften Kürzungen akzeptieren? Dagegen ist Widerstand angesagt! Gerade jetzt sind die Beschäftigten bei Helios gut beraten, sich zusammenzutun und in ver.di zu organisieren. In unsicheren Zeiten ist es wichtig, eine starke Kraft im Rücken zu haben. Nur Gewerkschaftsmitglieder könnten geltende Tarifverträge im Zweifelsfall einklagen.

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