DRK

Chance verspielt

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Chance verspielt

In der ersten Verhandlungsrunde mit dem Deutschen Roten Kreuz am 22. Oktober 2020, haben 150 Kolleg*innen aus Hessen unserer Forderungen mit einer coronagerechten Begrüßung der Arbeitgeber vor dem Verhandlungslokal in Kassel Nachdruck verliehen.

Außergewöhnliche Bedingungen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Die Arbeitgeber hinterließen in der ersten Verhandlungsrunde den Eindruck Zeit schinden zu wollen. Sie stellten zu unseren Forderungen und Erwartungen zahlreiche Nachfragen und erklärten dann, sie seien in Sorge, dass aufgrund der Pandemielage das umfangreiche Paket nicht in Präsenzsitzungen zu verhandeln sei und sie deshalb über ein virtuelles Verhandlungsszenario sprechen wollen. Das führte zur Unterbrechung der Verhandlungen und die ver.di Verhandlungskommission ist mit einem Angebot zurückgekehrt, welches einen raschen Abschluss sicherstellt und ermöglicht, die Verhandlungen zu den weiterhin berechtigten Forderungen und Erwartungen im April 2021 fortzusetzen:

Abschluss eines Kurzläufertarifvertrages mit folgendem Inhalt:

+  zusätzliche Prämie von 1.500 € noch in diesem Jahr

+  Werte der EG 9 für Notfallsanitäter*innen

+  Pflegezulage in gleicher Höhe, wie sie im öffentlichen Dienst vereinbart wird.

+  Infektions-/Gefahrenzulage in Höhe von 35%

+  Laufzeit bis Ende April 2021

Bedingung: Einigung heute, mit einem beiderseitigen Widerrufsrecht bis zum 12. November 2020, da beide Seiten ihre Entscheidungsgremien einbeziehen müssen.

DRK-Reformtarifvertrag: Entgeltrunde 2020 – 1. Verhandlungstermin

Die Arbeitgeber lehnen dieses Angebot ab und damit endet der Verhandlungstermin ergebnislos.

Seit dem 1. Oktober 2020 befinden wir uns nicht mehr in der Friedenspflicht. Da die Arbeitgeber an einer schnellen, situationsangepassten Lösung nicht interessiert sind, müssen wir uns auf eine harte Auseinandersetzung einstellen, die unter den gegebenen Umständen alle vor Herausforderungen stellt. 

Wir nehmen diese Herausforderung an. Wir sind aktions- und streikbereit. Die Verantwortung für die Konsequenzen die daraus entstehen, liegt beim Arbeitgeber. Wir waren zu einer Lösung bereit und werden unsere Grundrechte wahrnehmen. Unsere Forderungen bleiben unverändert.

Die Verhandlungskommission erwartet bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 18. November 2020 ein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeber. Die Tarifkommission berät am 27. Oktober 2020 über mögliche Streiks. Weitere Informationen folgen.

Wir halten Abstand – aber nicht von unseren Forderungen

Forderungen:

  • 5,5 % mehr Lohn, mindestens 150 €
  • Erhöhung der Tabellenwerte für Notfallsanitäter auf die Werte der EG 9
  • mindestens 150 € monatlich mehr für Auszubildende/Schüler*innen und Praktikant*innen
  • Erhöhung aller gekündigten Zulagen um 15 € monatlich
  • Aufnahme weiterer Funktionszulagen
  • Dynamisierung der Zulagen
  • Infektionsschutz-/Gefahrenzulage von 35 % pro Dienst/Schicht
  • Pflegezulage für examinierte Kräfte in der P-Tabelle, ab P 7 von 300 € monatlich
  • Einfachste rotkreuzspezifische Hilfstätigkeiten - Eingruppierung in die Entgeltgruppe 1
  • ver.di-Mitglieder erhalten 2 zusätzliche frei Tage pro Jahr
  • Laufzeit 12 Monate

Die Erwartungen an die Arbeitgeber richten sich ferner auf: 

  • Erhöhung des Urlaubs auf 32 Tage für alle
  • Abschaffung Arbeitsbereitschaft – 38,5 Wo./Std im RD (keine unbezahlte Arbeitszeit)
  • Erhöhung Nachtzuschlag auf 35 %, ab 20:00 Uhr, ab der ersten Stunde
  • Zulagenberechnung auf Basis des individuellen Stundenlohns
  • Zulagen für stationäre Dienste auch für ambulante Dienste
  • Wahlmöglichkeit Geld oder Freizeit
  • Verhandlungstisch Azubis (Ausbildungsqualität, Fahrtkosten u. w.)
  • Regelungen für die Teilzeitausbildung zum Notfallsanitäter

Wie geht es weiter mit:

+ TV Gesundheitsschutz

+ TV Kurzarbeit

+ Regelung „Schluss mit 60“

Das ist ebenfalls in den Verhandlungen zu klären.

Infos zur Tarifarbeit findet ihr hier: ver.di-Mitgliedernetz – Gruppe „soziale Berufe aufwerten“ – Fragen dazu an angelika.spautz@verdi.de

Wir halten Abstand – aber nicht von unseren Forderungen

 

 

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