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„Schluss mit 60!“ am Ende?

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„Schluss mit 60!“ am Ende?

In den Verhandlungen am 19. November 2019 zum Thema „Schluss mit 60“ haben die Arbeitgeber mitgeteilt, dass es mit ihnen keine Altersteilzeitregelung im DRK Reformtarifvertrag geben wird. 

Die Verhandlungskommission hat daraufhin die Tarifverhandlungen abgebrochen, da über die für uns wichtigste Forderung, keine Verhandlungs-bereitschaft seitens der Arbeitgeber vorliegt. Den nächsten Termin am 5./6. Dezember 2019 haben wir daher abgesagt. 

Der für Mai dieses Jahres geplante Warnstreik in Rheinland-Pfalz wurde nur dadurch verhindert, dass die Arbeitgeber zu Verhandlungen im kompletten DRK-Reformtarifvertrag bereit waren. Durch die ver.di-Bundestarifkommission DRK (BTK) wurde dieser Schritt, als Start in den Einstieg in eine Altersteilzeitregelung gesehen und begrüßt. 

Daraufhin wurde gemeinsam mit den Arbeitgebern ein Sechs-Punkte-Plan erarbeitet um die Ziele Altersteilzeit und ein echtes Betriebliches Gesundheitsmanagement umzusetzen.  

Sechs-Punkte-Plan: "Schluss mit 60!"

Inhaltliche Vorbereitung durch ver.di:

1. Regelungen zum vorzeitigen Ausscheiden aus dem Arbeitsleben in Form von Alters-teilzeit
2. Work-life-balance (z.B. flexible Arbeitszeit-modelle)
3. Anreizsysteme für die berufliche Weiter-entwicklung (z.B.: Schaffung neuer beruflicher Perspektiven)

 Inhaltliche Vorbereitung durch die BTG-DRK:

4. Betriebliches Gesundheitsmanagement
5. Personalgewinnung
6. Personalentwicklung

 

Blockadehaltung der Arbeitgeber

Nun stellt sich heraus, dass die Arbeitgeber für das Thema „vorzeitiges Ausscheiden aus dem Arbeitsleben in Form von Altersteilzeit“, trotz der im April unterzeichneten Absichtserklärung, kein Verhandlungsmandat von den Mitgliedern der DRK-Bundestarifgemeinschaft haben. Dies hat den faden Beigeschmack eines „Spielens auf Zeit“.

ver.di fordert Verlässlichkeit

Die Verhandlungskommission, bestehend aus den ehrenamtlichen Kollegen Ludwig Bertram (Baden-Württemberg), Christian Böttcher (Hessen), Frank Fuchs und Mike Kairies (Rheinland-Pfalz/Saarland) und dem Verhandlungsführer Frank Hutmacher, sowie der zuständigen Gewerkschaftssekretärin auf Bundesebene, Angelika Spautz, hat einen Vorschlag gemacht, wie die Verhandlungen zu „Schluss mit 60!“auf einer für die Kolleg*innen verlässlichen, zielführenden Basis weiter geführt werden könnten. Der Arbeitgeber erklärt sich allerdings noch nicht einmal bereit, dies in seiner Mitgliedschaft zu diskutieren oder darüber zu reden.

Bundestarifkommission muss das bewerten

Aus dem Sechs-Punkte-Plan die Altersteilzeit herauszulösen, ist ein Affront gegen die Beschäftigten. „Wir haben den Auftrag unserer Mitglieder, zu allen Punkten, insbesondere zur Altersteilzeit zu verhandeln. Außerdem war mit dem DRK vereinbart, erste Ergebnisse im Jahr 2020 umzusetzen. Davon sind wir nun weit entfernt, so Frank Hutmacher, ver.di Verhandlungsführer.

Die ver.di-Bundestarifkommission wird die Situation am 17. Dezember 2019 bewerten und diskutieren, wie es weitergehen kann.

 

Chronologie der Tarifrunde DRK 2019

April 2019: gemeinsame Absichtserklärung Verhandlungen zu führen.

Mai 2019: ver.di-BTK beschließt zu verhandeln, Warnstreik in Rheinland-Pfalz abgesagt.

Juni 2019: Sechs-Punkte-Plan mit den Arbeitgebern erstellt.

August 2019: ver.di macht dem DRK konkreten Vorschlag einer Regelung zur Altersteilzeit.

November 2019: DRK hat kein Verhandlungsmandat, Abbruch der Verhandlungen.