Diakonie

Zeit für Menschen. Würde. Respekt.

Diakonie

Zeit für Menschen. Würde. Respekt.

Gute Arbeit und höhere Löhne in der Diakonie – wie erreichen wir das?
Flugblatt Diakonie ver.di Zeit für Menschen.Würde.Respekt. bei der Diakonie

Es muss sich was ändern.

Die Arbeitsbedingungen in der Sozialen Arbeit und im Gesundheitswesen sind vielfach nicht zu ertragen. Zu wenig Personal, keine Zeit für Empathie, unzureichende Bezahlung. In den Einrichtungen der Diakonie ist das nicht besser als anderswo. Auch hier besteht dringend Handlungsbedarf. Doch werden die Probleme in der neu konstituierten Arbeitsrechtlichen Kommission der Diakonie Deutschland (ARK-DD) jetzt angepackt? Das ist sehr zweifelhaft.

Die ARK-DD tagt am 27. Juni erstmals in neuer Besetzung.

Anders als ver.di beteiligen sich die Ärzte-Organisation Marburger Bund und diverse Klein- bis Kleinstorganisationen erneut am »Dritten Weg« kircheninterner Festsetzung von Arbeitsbedingungen – trotz des ewigen Hin und Her, trotz Zwangsschlichtung und Arbeitgeberdiktaten in den vergangenen vier Jahren der Kommission.

Sind von der neuen Kommission grundlegende Verbesserungen zu erwarten?

Von der Arbeitgeberseite in der Kommission sicher nicht. »Die Spielräume sind ausgereizt, dessen müssen sich auch die Mitglieder der zukünftigen Arbeitsrechtlichen Kommission bewusst sein«, erklärte der Verband diakonischer Dienstgeber in Deutschland (VdDD) bereits nach dem letzten ARK-Beschluss im Februar. Die beteiligten Organisationen und Einzelpersonen auf Arbeitnehmerseite – von denen viele kaum mehr als sich selbst repräsentieren – erwecken ebenfalls wenig Hoffnung. Greifen sie die Probleme an der Basis auf? Werden die Beschäftigten nach ihren Forderungen befragt? Bislang nicht.

Bei Tarifverhandlungen geht es hingegen transparent zu.

Bei ver.di bestimmen die Mitglieder, mit welchen Forderungen die Gewerkschaft in die Verhandlungen geht. Zu den Ergebnissen werden die Kolleginnen und Kollegen in den Einrichtungen üblicherweise befragt. So, wie aktuell im öffentlichen Dienst. In die Gewerkschaft kann man sich einbringen – es gibt demokratische Strukturen, zum Beispiel betriebliche Vertrauensleute. Sie sorgen dafür, dass die Verhandelnden den Kontakt zur Basis nicht verlieren und die Beschäftigten informiert sind. Und in der ARK-DD? Dort ist es mit Transparenz und Beteiligung nicht allzu weit her. Wer sind die Beschäftigtenvertreter in der Kommission und wen repräsentieren sie? Wie sind sie erreichbar? Wofür stehen sie? Alles unbekannt.

Wir meinen: Entlastung muss her!

Egal auf welchem Weg. ver.di hat besonders in den Krankenhäusern zuletzt ordentlich Druck gemacht. Mit etlichen betrieblichen Aktionen. Aber auch mit Streiks für Entlastungs-Tarifverträge. Das mit Erfolg. Niemand kann die Personalnot in den Kliniken mehr ignorieren – weder die Arbeitgeber noch die politisch Verantwortlichen. In einigen Krankenhäusern – wie der Berliner Charité, den Unikliniken Baden-Württembergs und dem privat betriebenen Uniklinikum Gießen und Marburg – hat ver.di Tarifverträge zur Entlastung durchgesetzt.

Wir lassen nicht locker und machen weiter Druck. Damit in der Altenpflege, in Krankenhäusern, im Sozial- und Erziehungsdienst endlich mehr Personal eingesetzt wird.

Die Diakonie sollte hier Vorreiter sein.

Schließlich haben die Kirchen und ihre Wohlfahrtsverbände den Anspruch, für sozialen Ausgleich und Teilhabe zu sorgen – und für gute Arbeit. Doch die Realität ist eine andere. Immer noch gibt es in der Diakonie Deutschland die Plusstundenregelung, die Beschäftigte zu Überstunden ohne Zuschläge verpflichtet. Weiterhin können Einrichtungen die Löhne unbefristet um bis zu sechs Prozent kürzen und die Arbeitszeit ohne Lohnausgleich verlängern, »wenn das Wettbewerbsumfeld schwierig ist«. Und nach wie vor entziehen sich diakonische Einrichtungen durch Outsourcing und Fremdvergabe den selbst gesetzten Regeln. Oder suchen sich willkürlich den »passenden Tarif« aus. Nur etwa jeder dritte Beschäftigte der Diakonie wird von den Arbeitsvertragsrichtlinien der Diakonie Deutschland überhaupt erfasst, die eigentlich die »Leitwährung« sein soll.

Nur mit dir bewegt sich was.

Auf segensreiche Beschlüsse von oben zu warten, wird nicht reichen. Ohne Druck aus den Einrichtungen wird die Kommission die Probleme nicht angehen. ver.di setzt sich weiter für grundlegende Verbesserungen ein. Wir bohren nach und fragen laut, was die Arbeitsrechtliche Kommission dafür tut. Hast auch du von Hinterzimmerpolitik die Nase voll? Dann mach mit!

www.mitgliedwerden.verdi.de

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