Celenus

Celenus immer dreister

Union Busting

Celenus immer dreister

Reha-Konzern meldet Ausgesperrte in Bad Langensalza bei der Krankenversicherung ab. Versuche, die Belegschaften zu spalten, scheitern grandios. Ab 2. Juli unbefristeter Streik.

Das Vorgehen des Reha-Konzerns Celenus im Tarifkonflikt an der Klinik an der Salza in Bad Langensalza wird immer skurriler und dreister. Nach der fristlosen Kündigung von zwei Gewerkschafterinnen und der Aussperrung von fünf Beschäftigten aus der Physiotherapie versucht das Management nun sogar, Letzteren den Krankenversicherungsschutz zu nehmen. Der Arbeitgeber meldete im Juni 2018 mindestens zwei der Physiotherapeutinnen bei ihrer Krankenversicherung ab. Auf deren Nachfrage erklärte Klinikdirektor Oleg Giese zunächst, der Arbeitskampf sei rechtmäßig. Später widerrief er diese Aussage und bezeichnete den Streik als illegal, weshalb die Ausgesperrten keinen Versicherungsschutz haben sollten.

»Ob ein Streik rechtswidrig ist, entscheiden hierzulande immer noch die Gerichte«, betonte ver.di-Landesfachbereichsleiter Bernd Becker. Zuletzt hatte das Landesarbeitsgericht Thüringen am 5. April die Rechtmäßigkeit von Warnstreiks bei Celenus bestätigt. »Ein solch dreister Einschüchterungsversuch ist an Unverfrorenheit nicht zu überbieten. Wenn solche Methoden üblich werden, dann gute Nacht«. ver.di kündigte an, das Recht ihrer Mitglieder auf Versicherungsschutz juristisch durchzusetzen, das laut Sozialgesetzbuch auch während Arbeitskämpfen besteht.

Ein weiterer Versuch, einen Keil in die Belegschaft zu treiben, ist unterdessen grandios gescheitert. Einige Verwaltungsangestellte lancierten eine »Mitarbeiterbefragung« – mit freundlicher Unterstützung der Hamburger Unternehmensberatung Ziegler, die Firmen »in herausfordernden Situationen« unterstützt. Es beteiligte sich kaum mehr als ein Drittel der Beschäftigten und von diesen sprach sich weniger als die Hälfte für die Beendigung des Tarifkonflikts aus. »Dann wurden die Kolleginnen und Kollegen noch einmal auf einer Personalversammlung am 21. Juni bearbeitet, doch selbst das brachte kein klares Votum im Sinne des Unternehmens«, berichtete Becker. »Mit solchen Aktionen macht sich die Celenus-Spitze lächerlich. Sie sollte stattdessen endlich ernsthaft mit uns über eine Beilegung des Tarifkonflikts verhandeln.«

Selbst ein Angebot von Thüringens Arbeitsministerin Heike Werner (Linke) und des Bürgermeisters von Bad Langensalza, Bernhard Schönau (FDP), sich im Konflikt als Schlichter zur Verfügung zu stellen, ließ die Celenus-Spitze unbeantwortet. Die ver.di-Aktiven haben daraus den Schluss gezogen, dass sie den Druck auf den zur französischen Orpea-Gruppe gehörenden Konzern erhöhen müssen. Sie wollen deshalb ab dem 2. Juli in einen unbefristeter Streik treten. ver.di hat dem Arbeitgeber dafür eine detaillierte Notdienstvereinbarung vorgelegt, die das Wohl der Patientinnen und Patienten schützen soll. Doch auch darauf: keine Reaktion.

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Kontakt

  • Bernd Becker

    Lan­des­fach­be­reichs­lei­ter Sach­sen, Sach­sen-An­halt und Thü­rin­gen

    0341 / 52 901-230

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