AWO

Taschentuch mit Knoten

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Taschentuch mit Knoten

Zum 100. Geburtstag der Arbeiterwohlfahrt in Berlin haben ver.di-Aktive die AWO-Delegierten daran erinnert, dass eine flächendeckende Tarifbindung nötig ist. Das hat gewirkt.
Menschen mit Warnwesten ver.di Protestaktion zum Jubiläum der AWO in Berlin

Am 13. Dezember 2019 feierte die Arbeiterwohlfahrt ihren 100. Geburtstag in Berlin. Am Tag darauf berieten und beschlossen die Delegierten aus den AWO-Bezirken das neue Grundsatzprogramm. ver.di nutzte die Gelegenheit, um auf das Thema »Tarifverträge bei der AWO« aufmerksam zu machen. 2004 hatte die AWO die bis dahin geltenden bundeseinheitlichen Tarifverträge gekündigt und damit den Weg frei gemacht für Tarifflucht, Tarifvermeidung und einen Preiswettbewerb auf dem Rücken der eigenen Beschäftigten. Das traurige Ergebnis: Ein Flickenteppich bei Bezahlung und Arbeitsbedingungen – mit vielen Löchern ohne tarifvertraglichen Schutz. Das Prinzip »Gleicher Lohn für gleiche Arbeit« ist bei der AWO 100 Jahre nach ihrer Gründung in weite Ferne gerückt. Deshalb haben die Teilnehmer*innen der AWO-Tarifkonferenz im März 2019 in Leipzig einen einheitlichen AWO-Tarifvertrag auf dem Niveau des öffentlichen Dienstes gefordert. Die dort beschlossene Resolution mit dem Titel »100 Jahre AWO – 100 Prozent Tarif« wurde den Delegierten zum Jubiläum in Berlin übergeben – und ein geknotetes Taschentusch mit dem Hinweis »Nicht vergessen...«. Die Aktion zeigte Wirkung. Noch am gleichen Tag beschlossen die Delegierten eine Änderung im neuen AWO-Grundsatzprogramm, mit der alle Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt verpflichtet werden, ihre Beschäftigten nach Tarifvertrag mit einer DGB-Gewerkschaft zu vergüten. Jetzt heißt es, diesen Beschluss auch mit Leben zu füllen. ver.di ist dazu bereit.

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