Asklepios

Resolution für Tarifverträge

Asklepios

Resolution für Tarifverträge

Konzernbetriebsrat fordert Ende des Drucks auf Betriebsräte

Während andere Gesundheitskonzerne und viele Kliniken längst verstanden haben, dass qualifiziertes Personal nur auf der Grundlage ordentlicher Tarifverträge mit einer im Betrieb vertretenen Gewerkschaft gewonnen werden kann, wird im Asklepios-Konzern noch immer versucht, Betriebsräte zu Verhandlungen über Arbeits- und Sozialordnungen oder andere Formen der betrieblichen Lohngestaltung zu zwingen.

Andere Kliniken haben erkannt, dass sie im Konkurrenzkampf um qualifizierte Arbeitskräfte gute Arbeits- und Tarifbedingungen anbieten müssen. So haben z.B. die Rotkreuz-Kliniken in Frankfurt a. M. gerade die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich eingeführt. Längst ist der TVöD als ‚Leitwährung‘ für den Klinikbereich akzeptiert, einige Krankenhäuser gehen in ihren Tarifvereinbarungen und Angeboten über den TVöD hinaus. Bei Asklepios dagegen bleiben viele Beschäftigte abgehängt von der Lohnentwicklung.

Asklepios verweigert ordentliche Tarife

Asklepios setzt dagegen noch immer auf Druck auf Betriebsräte und verweigert Tarifverhandlungen mit der in den Betrieben vertretenen Gewerkschaft ver.di. So wurde der Betriebsrat der Asklepios Nordseeklinik auf Sylt in eine Einigungsstelle zu Lohngrundsätzen gezwungen – trotz bestehender Forderung zur Aufnahme von Tarifverhandlungen. Auch hier spaltet Asklepios die Beschäftigten: Über die Lohngrundsätze der ärztlichen Kolleg*innen soll die Einigungsstelle nicht entscheiden - die fallen unter den Tarifvertrag mit dem Marburger Bund.

Es gärt bei Asklepios

Immer weniger Kolleg*innen akzeptieren die starre Haltung des Konzerns und fordern einen ordentlichen Tarifvertrag – nicht nur auf der Insel Sylt. Im Harz haben die Kolleg*innen der Asklepios Kliniken Schildautal in Seesen eindrucksvoll ihre Forderung nach einem Tarifvertrag öffentlich gemacht und auch in Hessen gibt es in der Asklepios Klinik in Lich die Forderung zur Aufnahme von Tarifverhandlungen.

Beschäftigte verlassen den Konzern

Auch dort, wo es noch keine lauten Forderungen zur Aufnahme von Tarifverhandlungen gibt, sind die Beschäftigten nicht mehr bereit, die schlechten Lohnbedingungen zu akzeptieren. Sie suchen sich bessere Arbeitgeber.

Meist müssen sie dabei nicht lange suchen, denn oft ist eine tarifgebundene Klinik in der Nähe. In einer Zeit, in der alle Kliniken Fachpersonal suchen, ist es unverständlich, dass Asklepios die Beschäftigten vieler Standorte einfach in eine benachbarte, tarifgebundene Klinik ziehen lässt. Das schwächt die Standorte auch wirtschaftlich, wenn Leistungen aus Personalmangel nicht mehr angeboten werden können, es schadet der Attraktivität der Kliniken und es führt zur weiteren Überlastung der verbliebenen Kolleg*innen.

Konzernbetriebsrat fordert Tarifverträge

Der Konzernbetriebsrat hat sich bei seiner Tagung am 11. und 12. Februar 2019 in Kassel auch mit der Tarifsituation im Asklepios-Konzern beschäftigt. Dabei wurde erneut deutlich gemacht, dass der Druck der Arbeitgeber auf Betriebsräte, in Verhandlungen über Lohn und Gehalt einzutreten, nicht akzeptiert wird. Zumal die Betriebsräte hier Gefahr laufen, gegen § 77 (3) BetrVG zu verstoßen.

In einer Resolution fordert der Konzernbetriebsrat den Eintritt in faire Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft ver.di.

Resolution des Konzernbetriebsrat der Asklepios Kliniken GmbH & Co. KGaA

Resolution

Für ordentliche Tarifverträge mit ver.di in Lich, Seesen und auf Westerland/Sylt: Stopp der betrieblichen Lohngestaltung

Der Konzernbetriebsrat der Asklepios Kliniken GmbH & Co. KGaA fordert den Vorstand des Asklepios Konzerns und seine Klinikgeschäftsführungen auf, die Verhandlungen mit örtlichen Betriebsräten über Arbeits- und Sozialordnungen sowie betriebliche Lohngestaltung einzustellen und mit einer ordentlichen, im Betrieb vertretenen Gewerkschaft, der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, in faire Tarifverhandlungen einzutreten.

Wir unterstützen unsere Kolleg* innen der Asklepios Kliniken in Lich, Seesen und auf Westerland/Sylt in ihren Auseinandersetzungen für ordentliche Bezahlungen nach Tarif und für mehr Fachpersonal in den Kliniken.

Herr Dr. Bernard große Broermann, der Alleingesellschafter der Asklepios Kliniken, sagt in der F.A.Z. vom 15.04.2018: „Im Krankenhaus sind die Gehälter, gemessen an der Arbeitsbelastung, zu niedrig, keine Frage! Aber überall in Deutschland, nicht nur bei Asklepios! Die Schwestern können davon vor allem in den Ballungsräumen nicht mehr anständig leben, da gebe ich allen Recht, die darüber klagen, auch ver.di.“

Auf der Grundlage dieser Aussage fordert der Konzernbetriebsrat die zügige Aufnahme von Tarifverhandlungen mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, um den Appell des Alleingesellschafters tatkräftig im Asklepios Konzern umzusetzen.

Der Konzernbetriebsrat fordert, die Abkopplung vieler Asklepios-Beschäftigter von der allgemeinen Lohnentwicklung zu beenden. Es ist nicht akzeptabel, dass qualifizierte Kolleg*innen den Konzern verlassen müssen, um anständige Lohnbedingungen zu erhalten, wie sie in anderen Gesundheitskonzernen und Kliniken auf der Grundlage von Tarifverträgen mit der Gewerkschaft ver.di üblich sind.

Kassel, 12.02.2019

 

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