Asklepios

»Tag der Trauer« in Lindenlohe

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»Tag der Trauer« in Lindenlohe

Ungewöhnliche Bilder aus dem bayrischen Lindenlohe: Am vergangenen Mittwoch (25. September 2019) trugen die Kolleg*innen der orthopädischen Asklepios Klinik während des Dienstes Trauerflor. Weithin sichtbar hatte das Team schwarze Armbinden angelegt und das nicht ohne Grund. Mit den schwarzen Binden drücken die Klinikbeschäftigten ihre Enttäuschung und Wut über die Verweigerungshaltung des Klinikkonzerns aus, der sich weiterhin Tarifverhandlungen mit ver.di verschließt.

Trauerflor in Lindenlohe: Kein Verständnis für die Verweigerungshaltung der Konzernleitung von Asklepios ver.di Trauerflor in Lindenlohe: Kein Verständnis für die Verweigerungshaltung der Konzernleitung von Asklepios

 »Jahrelang haben die Beschäftigten der Asklepios Klinik Lindenlohe auf einen Tarifvertrag verzichtet, der gleiche Arbeits- und Einkommensbedingungen für alle gesichert hätte« erläutert Manuela Dietz, zuständige ver.di Gewerkschaftssekretärin. Während Asklepios regelmäßig Gewinne aus dem Konzern abschöpfe, um etwa andernorts die Ankäufe von Luxushotels zu finanzieren, verweigere die Unternehmensführung den Beschäftigten tarifvertraglich abgesicherte Arbeitsverhältnisse.

In mehreren Häusern des Konzerns, nicht nur in Lindenlohe sondern ebenfalls im niedersächsischen Seesen und im hessischen Lich haben sich die Asklepios Beschäftigten aufgemacht, mit ihrer Gewerkschaft ver.di Tarifverträge durchzusetzen. In der Schildautal-Klinik in Seesen, einer Akut- und Reha-Klinik in der Nähe von Göttingen, gab es bereits drei Warnstreiks. Mehr als 200 Beschäftigte legten am 16. Juli dieses Jahres die Arbeit nieder. Rund einen Monat später waren es 220. Am 6. und 9. September legten die Kolleg*innen noch eine Schippe drauf und streikten zwei Tage lang. Der Zusammenhalt der bundesweit beschäftigten Kolleg*innen wächst, regelmäßig werden Solidaritätsaktionen durchgeführt und kämpferische Botschaften versendet. 

Der Lohnstillstand in Lindenlohe ist auch ein Risiko für den steigenden Fachkräftebedarf der Klinik: »Wir kämpfen tagtäglich darum unsere Patienten gut zu versorgen, nur wenige neue Kolleginnen und Kollegen wollen unter diesen Bedingungen in der Asklepios Lindenlohe arbeiten. Tarifgebundene Arbeitgeber gibt es im nahen Umland viele, wer will unter diesen Voraussetzungen zu uns?« befürchtet die Sprecherin der ver.di Vertrauensleute.

In Lindenlohe hat ver.di die Unternehmensleitung bereits zu Tarifverhandlungen aufgefordert und für den Mittwoch das Tarifgespräch angesetzt. Im Ablehnungsschreiben der Klinikgeschäftsführung hieß es jedoch, man sehe »keinerlei Notwendigkeit« für Tarifverhandlungen. Die Anwendung der »Hausregelung« solle genügen. Diese sogenannte »Hausregelung« der Asklepios Klinik Lindenlohe bedeutet jedoch für viele Kolleg*innen ein Entgeltsystem, das seit fast 15 Jahren keine Veränderung erfahren hat.

Die Kolleg*innen in Lindenlohe haben dafür kein Verständnis: »Mit unserem Tag der Trauer zeigen wir unsere Enttäuschung über die mangelnde Wertschätzung unser tagtäglich guten Arbeit« heißt es einstimmig aus dem Kreis der ver.di Vertrauensleute. Sie wollen eine gerechte und faire Bezahlung sowie gleiche Wochenarbeitszeiten für alle. All das und mehr vereinbart in einem verlässlichen Tarifvertrag mit ihrer Gewerkschaft ver.di.

ver.di hat Asklepios Lindenlohe nun weitere Verhandlungstermine vorgeschlagen. »Sollte die Unternehmensleitung weiter bei ihrer ablehnenden Haltung bleiben werden wir unseren Arbeitskampf intensivieren, die Vorbereitungen dazu laufen bereits!« lässt ver.dianerin Manuela Dietz durchblicken.

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