Asklepios

Kündigungen kurz vor Weihnachten

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Kündigungen kurz vor Weihnachten

80 Reha-Beschäftigte der Asklepios-Klinik im niedersächsischen Seesen erhalten kurz vor Weihnachten die Kündigung. ver.di-Aktive starten Seesener Appell und blicken auf ein schwieriges Jahr zurück.

Pressemitteilung, Seesen, 22.12.2020. Nach anderthalb Jahren Arbeitskampf an der Asklepios-Klinik in Seesen endet das Jahr mit einem schweren Schlag für die Beschäftigten. 80 Beschäftigte erhalten ihre Kündigung. Zum Jahresende schließt die Reha-Klinik in Seesen. Der Betriebsrat verhandelt angemessene Abfindung. ver.di startet Seesener Appell. Aktive bedanken sich für große Unterstützung des Bürgerbündnis Seesen.

Für viele Beschäftigte in Seesen geht ein schwieriges Jahr zu Ende. Neben der zunehmenden Verschärfung der Corona-Krise belastet vor allem die Kündigungswelle viele Kolleg*innen. Der Betriebsratsvorsitzende der Asklepios Therapie GmbH, Martin Hennseler, berichtet über die Stimmung im Haus: »Das ist für viele Kolleg*innen eine sehr schwere Zeit. Viele von uns haben schlaflose Nächte. Wir haben fast zwei Jahre für die Rettung unseres Standortes gekämpft. Die Schließung der Reha-Klinik ist ein weiteres schlechtes Zeichen für den Klinikstandort Seesen. Auch bei uns Therapeuten soll es weitere Kündigungen geben. Das wird sich drastisch auf die Qualität der Gesundheitsversorgung auswirken. Wir müssen endlich wieder anfangen, den Standort Seesen auf- statt nur abzubauen.«

Zuletzt hatten die Beschäftigten der Schildautal-Kliniken mehrere Wochen am Stück gestreikt um das Lohnniveau im Haus endlich an ein branchenübliches Niveau anzupassen. Und damit den Standort zu retten. ver.di-Gewerkschaftssekretär Jens Havemann erklärt: »Es ist vollkommen unbegreiflich, wie dieser Konzern mit den Menschen im Gesundheitssystem umgeht. Das sind übrigens die Beschäftigten, die in der ersten Reihe im Kampf gegen die Pandemie stehen sollten, stattdessen müssen sie sich Sorgen um ihre Zukunft machen. Wir werden jetzt alles tun, um den Kolleg*innen mit juristischem Rat zur Seite zu stehen.«

Der Betriebsratsvorsitzende Oliver Kmiec resümiert: »Ich bin stolz auf meine Kolleg*innen. Sie haben gegen Outsourcing, Kündigungen und eine verfehlte Konzernpolitik gekämpft wie die Löwen. Es ist immer richtig, gegen solche Methoden auf die Straße zu gehen. Das zeigt uns auch die große Unterstützung der Politik vor Ort und der Seesener Bürgerinnen und Bürger, für die ich mich im Namen der Kolleg*innen ausdrücklich bedanken will.«

Die Beschäftigten der Schildautal-Kliniken haben bundesweit um Unterstützung geworben. Zuletzt mit dem Seesener-Appell, der hier gezeichnet werden kann.

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